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"Ich bin als Handwerker selbstständig erwerbend (45, m, verheiratet, ein Kind) und überlege mir, eine GmbH zu gründen. Macht dies aus vorsorgetechnischer Sicht auch Sinn? Wie stelle ich die Vorsorge sicher? Muss oder soll ich mich einer Pensionskasse anschliessen?" Machen Sie sich schlau: https://www.luzernerzeitung.ch/leben/ratgeber/selbststandig-wie-organisiere-ich-die-vorsorge-ld.1178976
"Ich (w, 55, geschieden) lebe seit drei Jahren mit meinem Lebenspartner zusammen. Ich habe eine erwachsene Tochter, mein Lebenspartner hat keine Kinder. Wir würden uns gerne gegenseitig in unseren Pensionskassen und bei unserem 3a-Konto begünstigen. Ist das möglich und wie wäre das Vorgehen?" Die Antwort gibt es hier: https://www.luzernerzeitung.ch/leben/ratgeber/wie-kann-ich-meinen-lebenspartner-begunstigen-ld.1183889
Hansueli Schöchli befasst sich in der NZZ vom letzten Samstag mit dem Vorshclag eines Renten-Splittings für Ehepaare als Reformvorschlag für die zweite Säule. Ohne Mehrkosten lasse sich die berufliche Vorsorgesanieren sanieren, sagen zwei Pensionskassenexperten. Ihre Reformidee verspricht eine Stärkung der Stellung der Frauen und die gleich grossen Spareffekte wie der weit teurere Reformvorschlag des Bundesrats.
Was immer man über den BVG-Reformvorschlag der so genannten Sozialpartner denken mag, eins kann man ihm nicht abstreiten: er hat in der Branche einen Kreativitätsschub ausgelöst, wie man ihn im Zusammenhang mti politischen Diskussionen bisher kaum kannte. Denn der Plan, nach dem Giesskannenprinzip einen Rentenzuschlag einzuführen, der auf unbestimmte Zeit die erste und zweite Säule miteinander beschränkt und deshalb auch zu gar nicht berechenbaren, aber enormen Zusatzkosten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer führt, muss auf jeden Fall verhindert werden.
"Die Pensionskassen knausern – trotz Rekordjahr" – Schlagzeilen wie diese von der NZZ konnte man in den letzten Tagen öfters lesen. Zurecht! Doch ist dies nicht die Schuld der Pensionskassen, die ja offensichtlich ihre Hausaufgaben gemacht haben. Das Geld geht auch nicht in "die eigenen", wie böse Zungen behaupten, oder in die Taschen von Aktionären. Denn Pensionskassen sind meist Stiftungen und alles Geld gehört den Versicherten. 1000 Milliarden Franken besitzt die Schweizer Bevölkerung in der zweiten Säule.
Werner C. Hug bezeichnet in der Finanz und Wirtschaft das BVG-Reform-Modell der so genannten Sozialpartner als Verletzung des verfassungsmässigen Dreisäulenprinzip und als "falsche Weichenstellung in der Altersvorsorge". "Mit diesem Vorschlag haben die Gewerkschaften im Poker mit den Arbeitgebern gut gespielt. Zunächst werden – wie in der vom Volk abgelehnten AV2020 vorgesehen – nicht nur 70 Fr., sondern sogar 200 Fr. pro Monat mit der Giesskanne verteilt.
Die Verwaltungs- und Durchführungskosten der zweiten Säule beliefen sich 2017 auf total 5,2 Milliarden Franken. Bezogen auf das verwaltete Kapital von 886 Milliarden Franken macht dies nur knapp 0.6 Prozent. Selbst wenn die Pensionskassen diese Kosten auf Null reduzieren würden, selbst wenn dort alle Angestellten ehrenamtlich und gratis arbeiten würden, machte es doch nur einen Bruchteil dessen aus, was für die dringend notwendige Reform der zweiten Säule benötigt wird.
Die Sonntagszeitung hat gestern über die Kritik am BVG-Reform-Vorschlag der so genannten Sozialpartner berichtet und dabei auch ASIP-Direktor Hanspeter Konrad zu Wort kommen lassen. Während der Artikel die berechtigten Kritikpunkte am Sozialpartner-Modell korrekt darstellt, stolpert man dennoch über einen Satz, der auch falsch verstanden werden könnte: «Wenn jemand tiefere Renten ausbezahlt bekommt, muss die Pensionskasse auch weniger Kapital zurückstellen.» Man könnte ihn so verstehen, beim Vorschlag des ASIP gäbe es für manche Versicherte weniger Rente.
Der Beobachter hat jüngst über weit verbreitete Irrtümer zur 2. Säule berichtet. Darunter auch dieser: Ein hoher Umwandlungssatz bringt in jedem Fall mehr Rente. Dem ist nicht unbedingt so. Wir haben schon mehrmals darauf hingewiesen, dass ein zu hoher Umwandlungssatz zur Quersubventionierung der Rentner durch die Erwerbstätigen führt. Möglich ist das aber nur, indem ein wesentlicher Teil der auf dem Alterskapital erwirtschafteten Rendite den Rentnern zugeschrieben wird, anstatt den eigentlichen Eigentümern, nämlich den Erwerbstätigen.
Ein weit verbreiterer Irrtum besagt, dass Frauen weniger Rente aus der zweiten Säule als Männer erhalten. In absoluten Zahlen ist das zwar korrekt. Denn Frauen unterbrechen familienbedingt ihre Berufstätigkeit öfter und arbeiten häufiger Teilzeit als Männer. Weil Frauen aber im Schnitt drei Jahre länger leben als Männer und zudem früher in Rente gehen dürfen, beziehen sie pro gespartem Franken über die Dauer der Rente aber entsprechend mehr Rente.

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