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3a-Gelder: Soll ich in Aktienfonds investieren?

Bei der privaten Vorsorge mit der Säule 3a gibt es zwei Möglichkeiten der Geldanlage. Ein Säule 3a-Konto, wo das Geld auf einem Bankkonto angespart wird und jährlich Zins abwirft oder ein Säule 3a-Fonds oder eine Wertschriftenvorsorge, wo das Geld in einem Fonds angelegt wird und bis zu 50% in Aktien investiert sein kann. Ob Sie Ihr Geld in 3a-Aktienfonds investieren sollen und auf was Sie dabei achten müssen, verrät Pascal Röllin, Vorsorgespezialist Vermögenszentrum, in diesem Artikel.

 

Geld Ich (m, 42, verh.) zahle regelmässig in die Säule 3a ein. Ich habe auf zwei 3a-Konten zusammen an die 83000 Franken. Leider werfen die Gelder kaum noch Erträge ab. Soll ich das Geld in 3a-Aktienfonds investieren? Auf was muss ich dabei achten?

Die private Vorsorge wird immer wichtiger. Oft entscheidet die Säule 3a über die Lebensqualität im Alter. Erstaunlicherweise halten die meisten Sparer an 3a-Konten fest, obwohl die Zinsen drastisch gesunken sind. Im Durchschnitt zahlen die Banken nicht einmal 0,3 Prozent Zins für die 3a-Gelder. Bei so tiefen Zinsen fällt auch der Effekt des Zinseszinses praktisch weg: Diese 3a-Guthaben wachsen kaum mehr durch die jährlichen Zinsen, sondern nur noch durch Ihre Einzahlungen.

Tatsächlich werden Sie eher belohnt, wenn Sie bereit sind, mit einer 3a-Wertschriftenlösung etwas mehr Risiko einzugehen. Mit einer solchen Lösung kann der Wert Ihres Guthabens kurzfristig zwar ins Negative schwanken, dafür ist die Rendite längerfristig in vielen Fällen deutlich höher als mit einem 3a-Konto. In Ihrem Alter haben Sie auch einen genügend langen Anlagehorizont, um diese Schwankungen ausgleichen zu können.

Viele Banken bieten heute 3a-Anlagefonds an. Allerdings sollten Sie immer auch die Kosten im Auge behalten. Für die Banken sind solche Lösungen nämlich sehr lukrativ: Einige belasten ihre Produkte mit Gebühren von 1,5 Prozent oder mehr. Dazu kommen je nach Anbieter noch Transaktionskosten, Depotgebühren und Ausgabe-Aufschläge.
Darum lohnt es sich, wenn Sie auch kostengünstige passive Lösungen prüfen, zum Beispiel mit sogenannten ETF und Indexfonds. ETF sind transparent, jederzeit handelbar und sorgen schon bei kleinen Anlagesummen für eine angemessene Risikostreuung.

Viele ETF werfen jedes Jahr Erträge ab, auch wenn die Börsenkurse nicht steigen. Dazu gehören zum Beispiel die Dividendenausschüttungen der ETF, die einen Aktienindex wie etwa den Swiss Market Index (SMI) oder den Swiss Performance Index (SPI) abbilden. Solche Erträge lassen das 3a-Guthaben stetig wachsen. Zudem sind ETF kostengünstig, weil – anders als bei aktiven Vorsorgefonds – kein teures Management nötig ist. Studien zeigen ferner, dass nach Abzug aller Kosten viele ETF die teuren, aktiv gemanagten Anlagefonds schlagen.

Individuelles Risikoprofil
Wenn Sie in eine 3a-Wertschriftenlösung investieren, sollten Sie Ihr individuelles Risikoprofil kennen. Denn aus Ihrem Risikoprofil ergibt sich die prozentuale Aufteilung der Anlagesumme auf verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Zinswerte, Immobilien, Rohstoffe und Gold.
Bis vor wenigen Jahren war der maximal mögliche Aktienanteil bei 3a-Fonds auf 50 Prozent begrenzt. Heute geben verschiedene Anbieter 3a-Sparern die Möglichkeit, den Aktienanteil zu erhöhen. Oft kann der Aktienanteil auf 70 bis 80 Prozent heraufgesetzt werden – bei einigen Anbietern sogar bis auf 100 Prozent. Um bei der Auszahlung der 3a-Konten nicht auf dem falschen Fuss erwischt zu werden, empfiehlt es sich auch, bei nahendem Pensionsalter evtl. in Fonds zu investieren, die direkt ins Privatvermögen überführt werden können.

Kurzantwort
Die 3a-Konten werfen im Durchschnitt nicht einmal 0,3 Prozent Zins ab. Belohnt wird eher, wer mehr Risiko in Kauf nimmt und eine 3a-Wertschriftenlösung wählt. Achten Sie aber auf die Kosten. Nicht alle Vorsorgefonds sind günstig. In vielen Fällen sind passive Lösungen mit ETF und Indexfonds die bessere Wahl. (heb)

Wiler Zeitung; 31.05.2019; Pascal Röllin

 

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