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AHV-Aufschub lohnt sich nur, wenn man sehr alt wird

Wer will, kann die AHV um ein bis fünf Jahre aufschieben. Wenn man sich entscheidet dies zu tun und dadurch einige Jahre auf die Rente verzichtet, erhält man später eine höhere Rente. Dabei sind etliche Faktoren zu beachten, wie zum Beispiel die Restlebenserwartung und die Steuersituation.

Ich bin 63, gesundheitlich fit und überlege mir einen Aufschub der AHV, da ich das Geld nicht brauche. Zahlt sich der Aufschub für mich in jedem Fall aus? D. K.

NEIN Arbeiten Sie nach 65 weiter, führt die AHV-Rente dazu, dass Sie mehr Steuern zahlen. Mit einem Aufschub könnten Sie das verhindern. Zudem bekommen Sie mit jedem Jahr Rentenaufschub einen schönen Zuschlag auf Ihre künftige AHV-Rente – und zwar bis ans Lebensende. Ein Jahr Aufschub bringt eine höhere Rente um 5,2 Prozent, zwei Jahre ergeben ein Plus von 10,8 Prozent, drei Jahre 17,1 Prozent, vier Jahre 24 Prozent und fünf Jahre 31,5 Prozent. So verlockend das ist, die Rechnung geht nur auf, wenn Sie eine hohe Lebenserwartung haben, also wenn Sie älter als 85 Jahre werden. Sterben Sie vorher, fahren Sie mit dem Aufschub schlechter. Die Mehrrente haben Sie dank des Aufschubs zwar garantiert, nicht aber die Lebenserwartung. Auch wenn Sie heute sehr fit sind, zahlt sich ein AHV-Aufschub für Sie nicht in jedem Fall aus.

SonntagsZeitung; 26.05.2019

 

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