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Altersvorsorge: Warum Frauen bei der Altersvorsorge im Nachteil sind

Ein Mann allein ist noch keine Vorsorge. Frauen sollten sich, genau gleich wie Männer, aktiv um ihre Altersvorsorge kümmern. Spätestens nach einer Scheidung erleben sie oft ein böses Erwachen. Anhand eines Beispiels wird die Frage, warum Frauen bei der Altersvorsorge im Nachteil sind, im Tagesanzeiger von Markus Künzli beantwortet. 

Die UBS hat mir empfohlen, eine 3. Säule zu eröffnen und Geld in Fonds einzuzahlen. Ich bin aber unsicher, was mir das bringt. Mein Mann hat bereits eine gute Pensionskasse und eine 3. Säule. Auch hat er eine Lebensversicherung, sodass für unsere zwei kleinen Kinder und mich auch im Todesfall gesorgt wäre. Was denken Sie? C.W.

Wie Sie schreiben, hat Ihr Mann schon einiges für die Altersvorsorge angespart und auch das Todesfallrisiko abgesichert, sodass Sie und Ihre Kinder finanziell versorgt wären. 

Nicht genügend abgesichert ist aber Ihre eigene Altersvorsorge. Da Sie momentan nur in einem kleinen Teilzeitpensum berufstätig sind, können Sie selbst nur wenig im Rahmen der Pensionskasse ansparen. Für Ihr eigenes Alter ist schlecht gesorgt. 

Ich halte es für einen fatalen Fehler, wenn junge Frauen wie Sie sich finanziell einfach auf Ihren Mann abstützen – erst recht, wenn es um die Altersvorsorge geht. Als Frau sollten Sie sich bewusst sein: Wenn Sie nicht dafür sorgen, dass Sie eine gute eigene Altersvorsorge haben, müssen Sie damit rechnen, dass es für Sie im Alter finanziell eng wird. 

Es reicht nicht, dass nur Ihr Mann zusätzlich freiwillig fürs Alter spart. Auch wenn man es ungern ausspricht, sollten Sie sich die Tatsache vor Augen halten, dass es keine Garantie gibt, dass Ihre Ehe ein ganzes Leben hält. Wenn Ihre Ehe geschieden wird, was ich Ihnen natürlich nicht wünsche, würde zwar das während der Ehedauer von den beiden Eheleuten angesparte Vorsorgegeld geteilt. 

Unter dem Strich fehlt Ihnen dann doch einiges an Vorsorgekapital, um im Alter einen angenehmen Lebensstandard zu geniessen. Je nachdem, was Sie vor der Ehe schon in der Pensionskasse angespart haben, kann es für Sie trotz des Vorsorgeausgleichs nach einer Scheidung finanziell eng werden. 

Frauen sollten sich unabhängig von ihren Ehemännern selber um ihre Altersvorsorge kümmern. Die beste Vorsorge besteht darin, dass Frauen möglichst immer berufstätig bleiben und damit auch Vorsorgekapital in der Pensionskasse bilden. Weil viele Frauen nur noch in einem Teilzeitpensum arbeiten, genügt dies meist nicht. 

Ich empfehle Ihnen, dass Sie über die Pensionskasse hinaus auch freiwillig im Rahmen der steuerbegünstigten Säule 3a für Ihr Alter sparen und den für Sie maximal möglichen Betrag jeweils jährlich einzahlen. Weil dieses Geld langfristig liegen bleibt, würde ich es, wie es Ihnen Ihre Bank vorgeschlagen hat, in Vorsorgefonds investieren, wobei Sie bei Letzteren unbedingt auch auf die Gebühren achten sollten, da diese Ihre Rendite vermindern. 

 

Gleiche Rechte – gleiche Pflichten: Nicht nur Männer, auch Frauen sollten sich aktiv um ihre Altersvorsorge kümmern und sich nicht auf andere verlassen, sonst riskieren sie, dass sie ein böses Erwachen erleben – spätestens nach einer Scheidung.

blog.tagesanzeiger.ch; Markus Künzli

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