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Beiträge an die Berufliche Vorsorge: Lohnt es sich, sie zu erhöhen?

Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen jeden Monat Sparbeiträge an die Pensionskasse. Daraus ergibt sich, zusätzlich mit den Zinsen, das Altersguthaben, welches zum Zeitpunkt der Pensionierung jedem und jeder Versicherten zur Verfügung stehen wird (mehr dazu hier). Im obligatorischen Bereich finanziert der Arbeitgeber mindestens die Hälfte. Im folgenden Beitrag erfahren Sie, ob es sinnvoll ist, ihre Sparbeiträge für die berufliche Vorsorge zu erhöhen.

Soll ich die Beiträge an die Pensionskasse erhöhen?

St. Galler Tagblatt; 24.11.2017; Stefano Faragolou

Geld · Meine Pensionskasse bietet mir (40, verheiratet) die Wahl, meine Sparbeiträge entweder auf der Höhe von momentan 7,2 Prozent zu belassen oder in einen Zusatzplan zu wechseln, bei dem mein Sparbeitrag 8,9 Prozent des Lohnes beträgt. Die Arbeitgeberbeiträge betragen aktuell 8,9 Prozent. Was soll ich tun?

Die gesetzlich vorgeschriebenen Altersgutschriften für die Pensionskasse, das heisst die Arbeitnehmer- und die Arbeitgeberbeiträge, betragen zusammen ab 25 Altersjahren 7 Prozent, ab 35 Jahren 10 Prozent und ab 45 Jahren mindestens 15 Prozent. Ab dem 55. Altersjahr steigt der Sparbeitrag auf 18 Prozent des versicherbaren BVG-Lohnes. Obligatorisch ist der Teil des Jahreslohnes zwischen 24675 Franken und 84600 Franken zu versichern. Dieser Teil wird in der Fachsprache «koordinierter Lohn» genannt.

Gleicher Arbeitgeberbeitrag

Dem Arbeitgeber ist es gesetzlich erlaubt, seinen Arbeitnehmenden innerhalb der gleichen Vorsorgelösung bis zu drei Wahlpläne anzubieten. Der Beitragssatz des Arbeitgebers muss jedoch in jedem dieser Pläne gleich hoch sein. Somit bleibt der Arbeitgeberbeitrag bei 8,9 Prozent, unabhängig davon, welchen Sparplan Sie wählen.

Zählen wir Ihren aktuellen Arbeitnehmerbeitrag von 7,2 Prozent und den Arbeitgeberbeitrag von 8,9 Prozent zusammen, so ergibt dies 16,1 Prozent. Ihre Pensionskassenlösung ist folglich bereits heute über dem gesetzlichen Minimum. Das ist positiv, genau wie die Möglichkeit, noch höhere Arbeitnehmerbeiträge zu leisten.

Verbesserter Risikoschutz

Dazu ein Beispiel: Bei einem Jahreslohn von 78000 Franken beträgt im jetzigen Plan der Arbeitnehmerjahressparbeitrag 3839 Franken (7,2 Prozent des koordinierten Lohnes von 53325 Franken). Im Zusatzplan beträgt dieser Jahresbeitrag rund 46746 Franken. Über den Zusatzplan könnten Sie in diesem Beispiel pro Jahr rund 900 Franken mehr ansparen.

Die höhere Sparbeiträge des Zusatzplans führen zu einem höheren Alterskapital bzw. zu einer höheren Erwartung für die Altersrente. Je nach Ausgestaltung des Vorsorgeplanes erhöhen sich auch die versicherten Risikoleistungen. Details hierzu müssten sie bei Ihrer Pensionskasse nachfragen.

Gleichzeitig erhöht sich Ihr persönliches Einkaufspotenzial. Mit jeder zusätzlichen Einzahlung in die Pensionskasse reduzieren Sie zudem Ihre Steuer­belastung, weil Sie PK-Einkäufe – wie auch Ihre eventuellen Einzahlungen in die private Vorsorge (dritte Säule) – in vollem Umfang vom steuerbaren Einkommen abziehen können.

Deckungsgrad der PK prüfen

Lässt Ihre finanzielle Situation den höheren Sparbeitrag zu und ist der Deckungsgrad der PK ausreichend, so empfehle ich Ihnen, den Zusatzplan zu wählen. Je länger Sie den höheren Sparbeitrag einzahlen, desto höher werden Ihre voraussichtlichen Altersleistungen ausfallen. In der Regel sind die monatlichen Mehrbelastungen durch den Zusatzplan finanziell tragbar. Falls sich Ihre finanzielle Situation verändern sollte, haben Sie jeweils auf Jahresbeginn die Möglichkeit, einen Wechsel vom Normal- zum Zusatzplan vorzunehmen oder umgekehrt.

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