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Beitragslücken in der AHV können zu lebenslangen Leistungskürzungen führen

Haben Sie mehrmals die Stelle gewechselt oder waren Sie im Ausland berufstätig? Dann müssen Sie sicherstellen, dass Sie in der AHV keine Beitragslücken haben. Denn fehlende Beitragsjahre führen oft zu einer lebenslangen Kürzung Ihrer Leistungen. Weiter Auskunft zu diesem Thema gibt Vorsorge-Expertin Melanie Bissig im Tagblatt. 

 

Ich (w, 49), Kaderangestellte, habe öfters die Stelle gewechselt. Ich war auch schon im Ausland arbeitstätig. Ich habe die Übersicht über meine Vorsorgegelder etwas verloren. Wie kann ich feststellen, ob ich in der AHV Beitragslücken habe und ob alle meine Pensionskassengelder jeweils an die neue Kasse überwiesen worden sind?

 

Kaum jemand arbeitet heute sein ganzes Leben lang im gleichen Unternehmen. Wer wie Sie mehrmals die Stelle gewechselt oder im Ausland gearbeitet hat, vermisst vielleicht tatsächlich einen Teil seiner Altersvorsorge. Sie tun also gut daran, nachzuforschen.

 

In der AHV führen fehlende Beitragsjahre oft zu einer lebenslangen Kürzung Ihrer Leistungen. Solche Lücken können Sie schliessen, indem Sie die fehlenden Beiträge nachbezahlen. Allerdings ist das nur unter gewissen Bedingungen möglich. Zum Beispiel die Lücken für jene Zeiten, in denen Sie in der Schweiz versichert waren und die während der letzten fünf Jahre entstanden sind. Weiter zurück sind meistens keine Nachzahlungen möglich.

 

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, dann bestellen Sie schriftlich oder via Internet einen Auszug aus Ihrem individuellen Konto, indem Sie eine der kontoführenden AHV-Ausgleichskassen kontaktieren. Nutzen Sie beispielsweise diesen Link: www.ahv-iv.ch/de/Merkblätter-Formulare/Bestellung-Kontoauszug.

 

 

Zur Pensionskasse: Wenn Sie die Stelle wechseln oder im Ausland tätig sind, nehmen Sie eigentlich Ihr Guthaben mit. Diese Gelder können vergessen gehen. Als Versicherte sind Sie selbst dafür verantwortlich, dass Ihr Guthaben bei einem Stellenwechsel in die neue Pensionskasse eingezahlt wird.

 

In der Regel werden Sie zwar von der bisherigen Pensionskasse schriftlich dazu aufgefordert. Allzu oft geht die Aufforderung aber unter, und das Guthaben wird zum «kontaktlosen Frei­zügigkeitsgeld». Fast 800 000 Konten gelten hierzulande als kontaktlos. Die eidg. Finanzkontrolle schätzt, dass sich so fast 5 Milliarden Franken angehäuft haben.

 

Wenn die Pensionskasse keine Angaben bekommt, wohin sie das Geld überweisen soll, parkiert sie es nach spätestens zwei Jahren auf einem Freizügigkeitskonto bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG. Diese Stiftung verwaltet das Geld so lange als kontaktloses Freizügigkeitsguthaben, bis sich die rechtmässigen Besitzer melden. Häufig handelt es sich um kleinere Beträge von mehreren tausend Franken. Immer wieder tauchen auch grosse Guthaben auf, die vergessen gingen. Ein Beispiel zeigt: Vorsorge-Experten forschten im Rahmen einer Pensionierungsberatung bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG nach. Dabei kamen rund 240 000 Franken zum Vorschein.

 

Wenn Sie unsicher sind, ob irgendwo noch Vorsorge-Guthaben parkiert sind, können Sie die Zentralstelle 2. Säule kostenlos mit der Suche beauftragen. Der Link dazu ist: www.zentralstelle.ch. Diese Zentralstelle ist die Verbindung zwischen den Einrichtungen der zweiten Säule und den Versicherten. Sie soll ermöglichen, dass unterbrochene Kontakte zwischen den Versicherten und den Einrichtungen wiederhergestellt werden können. Die Vorsorgeeinrichtungen müssen der Zentralstelle regelmässig Guthaben melden, die vergessen gegangen sind oder bei denen kein Kontakt mehr zum Versicherten besteht.

Tagblatt; 12.10.2018; Melanie Bissig
 
 
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