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Doppelverdiener: Wer soll sich in die PK einkaufen?

Mit freiwilligen Einkäufen in die Pensionskasse können Sie einerseits Steuern sparen, andererseits allfällige Vorsorgelücken schliessen, um später im Alter eine höhere Rente zu beziehen. Für viele Vorsorgende sind solche Einkäufe sinnvoll, es gibt aber auch Einschränkungen. Beispielsweise ist es zu empfehlen, vor einem Einkauf den Deckungsgrad Ihrer Pensionskassen zu prüfen. 

Nachdem unsere Kinder ausgezogen sind, möchte ich (w, 52) mein Arbeitspensum von 40% auf 80% ausweiten. Mein Mann (55) hat immer 100% gearbeitet. Nach meiner Pensenerhöhung haben wir beide Einkaufsmöglichkeiten in der Pensionskasse (PK). Wer soll nun Einzahlungen in die PK tätigen?

Freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse können sowohl aus vorsorgetechnischer wie auch aus steuerlicher Sicht sehr interessant sein. Ich empfehle Ihnen, vor einem Einkauf den Deckungsgrad (Bonität) Ihrer Pensionskassen zu prüfen. Ihre Kasse sollte dabei einen Deckungsgrad von 100 % oder mehr ausweisen. Sonst würde ich von Einkäufen generell abraten.

Vorsorgeleistungen erhöhen
Zur Erhöhung des persönlichen Versicherungsschutzes empfiehlt es sich in der Regel, die zusätzlichen Einzahlungen in diejenige Pensionskasse mit dem geringeren Guthaben vorzunehmen. Durch die freiwilligen Einlagen erhöhen Sie in jedem Fall Ihre künftigen Altersleistungen.
Ob sich die freiwilligen Einzahlungen auch auf die Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen positiv auswirken, ist abhängig vom jeweiligen Pensionskassenreglement. Zudem sollten Sie prüfen, ob bei Ihrer Pensionskasse eine sogenannte Beitragsrückgewähr besteht. Wenn ja, haben Ihre Erben Anrecht auf die Rückzahlung der getätigten Einkäufe, sofern Sie vor Erreichen des Pensionsalters sterben sollten.

Steuern reduzieren
Da Sie als Ehepaar einer gemeinsamen Steuerveranlagung unterliegen, spielt es aus steuerlicher Sicht keine Rolle, in welche Pensionskasse Sie einzahlen. Bei der Festlegung der Einkaufssumme müssen Sie allerdings die bereits vorhandenen Abzugsmöglichkeiten bei den Steuern wie z.B. Berufsauslagen, 3a-Beiträge, Liegenschaftsinvestitionen sowie den Zweitverdienerabzug ebenfalls berücksichtigen.

WEF-Bezug zurückzahlen
Zahlen Sie nur so viel Kapital pro Steuerperiode in die PK ein, wie Sie auch steuerlich in Abzug bringen können. Sofern Sie aus der Pensionskasse, in welcher Sie den Einkauf planen, keinen Wohneigentumsförderungsbezug (WEF) vorgenommen haben, ist der eingekaufte Betrag vollumfänglich vom steuerbaren Einkommen absetzbar. Andernfalls müssen Sie vor einer Einzahlung zuerst den vorhandenen WEF-Bezug zurückzahlen.

Liquiditätsbedarf einplanen
Freiwillige Pensionskasseneinkäufe gelangen in der Regel erst bei der Pensionierung wieder zur Auszahlung und sind somit auf längere Zeit gebunden.
Machen Sie sich darum Gedanken, welchen Betrag Sie aus der entstehenden Sparquote einzahlen wollen und ob sich in den nächsten Jahren womöglich grössere Ausgaben abzeichnen (Renovation Eigenheim, neues Auto, Reisen, usw.). So können Sie sicherstellen, dass Sie trotz der geplanten Einkäufe stets über ausreichend liquide Mittel verfügen.

 

Kurzantwort
Bei doppelverdienenden Ehepaaren empfiehlt es sich in der Regel, freiwillige Einzahlungen in diejenige Pensionskasse mit dem geringeren Sparguthaben einzuzahlen. Diese Einzahlungen sind vom steuerbaren Einkommen abzugsfähig. Weil Ehepaare gemeinsam veranlagt werden, spielt es steuertechnisch aber keine Rolle, in welcher PK die Einzahlungen erfolgen.

Luzerner Zeitung; 24.05.2019; heb

 

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