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Ein Vertrag fürs Leben – und darüber hinaus

Wer sich vor finanziellen Überraschungen schützen will, sollte sich bei seiner Pensionskasse über die Regelung der Begünstigungsordnung im Todesfall erkundigen. Ihre Pensionierung und Begünstigung im Todesfall mit einem Fachmann zu prüfen, lohnt sich. So ersparen Sie sich kapitale Fehlentscheidungen und optimieren Ihre Finanzen für den Ruhestand, was Sicherheit bringt. 

Ich erhalte regelmässig Informationen über das Thema Pensionsplanung. Mit 60 Jahren solle man sich darüber Gedanken machen, ob man eine Rente, das Alterskapital aus der Pensionskasse beziehen soll. Hat ein Kapitalbezug des Alterskapitals erbrechtliche Konsequenzen? 
Fritz Gross, Lachen

Immer mehr Menschen beziehen Kapital aus der Pensionskasse – sei dies aufgrund einer Selbstständigkeit, für die Eigenheimfinanzierung oder als Kapitalbezug infolge vorzeitiger oder ordentlicher Pensionierung. Es lohnt sich, die Folgen genau abzuklären: Beispielsweise dann, wenn das Vorsorgekapital auf einmal als Errungenschaft gilt.

Nach intensiver Planung hat sich das Ehepaar Roger und Andrea Müller entschlossen, sich frühzeitig pensionieren zu lassen. Für den dritten Lebensabschnitt hat Roger bei seiner Pensionskasse den Kapitalbezug in Höhe von 800 000 Franken beantragt. Nach Abzug einer einmaligen gesonderten Jahressteuer stehen dem Ehepaar 720 000 Franken zur Verfügung, welches als Errungenschaft gilt.
Da die beiden verheiratet sind und keine Kinder haben, wurde in der Vergangenheit kein Anlass gesehen, sich über das Thema Testament oder Erbvertrag beraten zu lassen. Unerwartet nach nur zwei Jahre gemeinsamer Pension ist Andrea an einer Krankheit gestorben. Roger Müller muss mangels Ehevertrag den Erben von Heidi, in diesem Fall seiner Schwiegermutter, 100 000 Franken auszahlen. Mit dieser finanziellen Belastung hat er nicht gerechnet.
Der Fall vom Ehepaar Müller betrifft das Güter- und Erbrecht. Vereinfacht gesagt zählt das bezogene Pensionskassenkapital von Roger neu zum gemeinsamen Vermögen. Auch wenn dieses eigentlich als Sicherheit für die Zeit nach der Pensionierung gedacht war, muss es mit den gesetzlichen Erben, in diesem Fall mit der Mutter von Andrea geteilt werden.

Wer sich vor solchen und anderen finanziellen Überraschungen schützen will, sollte sich vertraglich absichern. Unsere Empfehlung: Erkundigen Sie sich bei Ihrer Pensionskasse über die Regelung der Begünstigungsordnung im Todesfall. Ein Ehevertrag, ein Testament oder ein Erbvertrag sind weitere wichtige notwendige Elemente.

Prüfen Sie Ihre Pensionierung und Begünstigung im Todesfall mit einem Fachmann, welcher sich in Vorsorge, Steuern, Ehe- und Erbrecht sowie Finanzplanung professionell auskennt. Das Honorar, welches Sie für eine solche Beratung ausgeben, ist gut investiert. Sie ersparen sich kapitale Fehlentscheidungen und optimieren Ihre Finanzen für den Ruhestand, was Sicherheit bringt. 

Obersee Nachrichten; 27.09.2018; Kurt Kamer

 

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