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Fallen bei der AHV entgehen

Die Jungen haben Angst um ihre AHV. Früh genug die entsprechenden Massnahmen zu treffen, ist ausschlaggebend, um später seine Rentenansprüche voll auszuschöpfen. Wer zum Beispiel wegen Auslandaufenthalt, Weiterbildung oder Babypause ein Jahr keine AHV-Beiträge leistet, erhält im Alter eine gekürzte Rente. Das braucht nicht so zu sein, denn Nachzahlungen sind bis zu fünf Jahre möglich.

Tipps Vorausplanen lohnt sich: Fünf Aufschubjahre bei der Pensionierung erhöhen die Rente später um über 30 Prozent.


Ob die AHV-Rente langfristig im heutigen Umfang gesichert ist, bleibt angesichts der Finanzierungslöcher ungewiss. Umso wichtiger ist es, seine künftigen Rentenansprüche voll auszuschöpfen. Zentral sind lückenlose Beitragsjahre ab dem 21. Geburtstag. Wer in einem Jahr einmal keine AHV-Beiträge entrichtet – wegen Auslandaufenthalt, Weiterbildung, Babypause – den bestraft das AHV-System mit einer um 2,3 Prozent gekürzten Rente. Immerhin: Nachzahlungen sind bis zu fünf Jahre möglich. Und auch AHV-Beiträge aus der Zeit vor dem 21. Geburtstag können notfalls beigezogen werden, um das erforderliche Minimum (Männer 44, Frauen 43 Beitragsjahre) zu erreichen.

Lieber Aufschubjahre als Vorbezug
Die AHV weist noch mehr Fallstricke auf neben verpassten Beitragsjahren. So erhält die Maximalrente nur, wer sein ganzes Erwerbsleben lang das AHV-Mindesteinkommen von aktuell 85 320 Franken jährlich erreicht hat (inflationsbereinigt und aufgewertet). Ist das offizielle Rentenalter (Frau 64/Mann 65) erreicht, gehen viele davon aus, dass nun die AHV-Rente automatisch zu fliessen beginnt. Dem ist nicht so. Es braucht eine Mitteilung an die AHV-Kasse des letzten Arbeitgebers, damit die Rentenzahlungen beginnen. Wer die Rente aufschieben möchte, hat noch bis zu einem Jahr Zeit, dies der zuständigen Kasse mitzuteilen. Das kann sich lohnen, wenn man mit einem überdurchschnittlich langen Leben rechnen darf und das übrige Einkommen aus Pensionskasse oder beruflicher Tätigkeit zum Bestreiten der Lebenshaltungskosten ausreicht. Das senkt die Steuerprogression. Und die AHV-Beiträge sind nicht verloren: Für ein Aufschubjahr erhöht sich die AHV-Rente um 5,2 Prozent. Maximal sind fünf Aufschubjahre möglich, was zu einer Rentenerhöhung von 31,5 Prozent führt.
Auch der Vorbezug der AHV ist bis zu drei Jahre möglich. Dies führt zu einer Rentenkürzung von 6,8 Prozent pro Jahr. Der Abzug ist so hoch, dass er sich in der Regel nur empfiehlt, wenn die Gesundheit angeschlagen und die Lebenserwartung verkürzt erscheint. 

Handelszeitung; 04.01.2019; Fredy Hämmerli

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