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Hauskauf im Ausland: Kann ich Pensionskassen-Gelder einsetzen?

Viele Schweizerinnen und Schweizer geraten bei der Vorstellung ins träumen, sich ein Ferienhaus im Ausland zu kaufen und dort nach ihrer Pensionierung den Lebensabend zu geniessen. Da ist die Versuchung natürlich gross, dafür einen Vorbezug aus der Pensionskasse zu tätigen. Doch ist es überhaupt möglich, Geld aus der Pensionskasse für den Kauf eines Ferienhauses im Ausland vorzubeziehen und wie wären die Chancen für auf einen Kredit bei einer Schweizer Bank? Die Luzerner Zeitung bringt hier Licht ins Dunkel.

Luzerner Zeitung; 13.04.2018
 
Hauskauf im Ausland: Kann ich PK-Gelder einsetzen?
Geld · Wir gehen seit Jahren an den gleichen Ort in Frankreich in die Ferien. Nun könnten wir dort ein kleines Ferienhaus kaufen. Kann ich dafür auch einen Vorbezug aus der PK tätigen, und erhalte ich überhaupt einen Kredit bei einer Schweizer Bank? Und wo wird das Haus wie versteuert?
Der Kauf einer Liegenschaft im Ausland unterscheidet sich deutlich vom Kaufprozess in der Schweiz. Eins schon mal vorweg: Bei einem Schweizer Kreditgeber werden Sie keine Hypothek für eine Immobilie im Ausland erhalten.
Bank braucht Sicherheit
Der Grund: Die Immobilie dient dem Kreditgeber, also beispielsweise der Bank, als Sicherheit. Wenn sich diese jedoch im Ausland befindet, wie in Ihrem Fall in Frankreich, fällt diese zusätzliche Sicherheit weg. Die Bank kann nämlich nicht einfach im Ausland ein Haus beschlagnahmen. Eine solche Sicherheit muss jedoch gegeben sein, damit Ihnen der Hypothekarkredit gewährt wird.
Sie möchten die Immobilie als Feriendomizil nutzen und nicht nach Frankreich auswandern. So fällt grundsätzlich auch die Möglichkeit weg, einen Hypothekarkredit bei einer dortigen Bank zu erhalten.
Auch bezüglich des PK-Vorbezugs muss ich Sie leider enttäuschen. Es ist nicht möglich, Geld aus der Pensionskasse oder dem 3a-Konto für den Kauf eines Ferienhauses vorzubeziehen, da es sich dabei nicht um den Hauptwohnsitz handelt. Das gilt unabhängig davon, ob die Immobilie in der Schweiz oder im Ausland steht. Mit dieser Regelung soll verhindert werden, dass Reserven für das Alter für Luxus ausgegeben werden.
Doch wie bezahlt man denn nun das Ferienhaus im Ausland? In den meisten Fällen wird ein Ferienhaus im Ausland mit Eigenkapital direkt gekauft. Falls Sie bereits eine laufende Hypothek auf Ihrem Hauptwohnsitz haben, könnten Sie eventuell diese aufstocken, um mehr flüssige Mittel für den Kauf des Ferienhauses zur Verfügung zu haben. Abhängig vom Preis des gewünschten Ferienhauses kann auch ein Kleinkredit aufgenommen werden, was aber wesentlich teurer als eine Hypothek ist. Achten Sie deshalb aber unbedingt auf die langfristige finanzielle Tragbarkeit.
Ziehen Sie in jedem Fall einen ortskundigen Makler zu Rate und kaufen Sie nicht einfach das Ferienhaus vom Fleck weg. Klären Sie ab, wer die Makler- und Notariatsgebühren, die je nach Verkaufspreis einige tausend Franken ausmachen können, bezahlt. Und klären Sie auch ab, ob etwaige Lasten im Grundbuch eingetragen sind.
Steuern in beiden Ländern
Da eine eigene Ferienimmobilie – ob im Ausland oder in der Schweiz – einen Vermögenswert darstellt, muss dieser in der Schweiz versteuert werden, ebenso der Eigenmietwert. Doch die beiden Werte werden nicht einfach zum Vermögen bzw. Einkommen dazugeschlagen: Sie werden aber zur Bestimmung der Steuerprogression für das gesamte Vermögen bzw. Einkommen angerechnet.
Bedenken Sie, dass auch in Frankreich Steuern anfallen. Die Taxes foncières und d’habitation können von Gemeinde zu Gemeinde sehr unterschiedlich ausfallen und hängen vom Wert der Immobilie ab. Eventuelle Einahmen aus einer Vermietung müssten zudem auch in Frankreich versteuert werden.
Kurzantwort 
Eine Schweizer Bank dürfte wegen fehlender Sicherheitsleistung kaum eine Hypothek geben für ein Ferienhaus im Ausland. Und der Vorbezug von PK- und 3a-Geldern ist generell für Ferienobjekte nicht möglich. Sowohl in der Schweiz wie auch im ausländischen Standortland fallen Steuern an. (red) 

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