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Ist ein Vorschlag umso besser, je mehr Gegenvorschläge er auslöst?

Der Arbeitgeberverband hat auf den Gegenvorschlag dreier seiner Mitglieder mit dem Argument reagiert, dies zeige vor allem eins: "Der Sozialpartnerkompromiss ist gut." Die Logik dahinter ist jedoch schwer nachzuvollziehen. Wieso ist ein Vorschlag dann gut, wenn er viele Gegenvorschläge auslöst? Weil nur der Arbeitgeberverband (und die Gewerkschaften) die Güte solcher Vorschläge beurteilen können und alle anderen den ursprünglichen Vorschlag falsch verstehen? 

Der Artikel schliesst mit einer Begründung, wieso der Vorschlag gut sein soll: "Im Unterschied zum Modell der drei SAV-Mitglieder ist der Sozialpartnerkompromiss das Resultat langwieriger und komplexer Verhandlungen mit den Sozialpartnern. Es ist ein durchdachter, austarierter Kompromiss." – Kein Wort dazu, was inhaltlich besser sein soll, kein Wort dazu, wieso die systemfremde Umverteilung von Jung zu Alt durch eine neue systemfremde und unbefristete Umverteilung bekämpft werden soll, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilweise unnötig viel Geld kostet und die AHV und das BVG auf fragwürdige Art und Weise miteinander verknüpfen. Das einzige Argument, das man hier heraus lesen kann, ist, dass allein die Tatsache, dass Arbeitgeber und Gewerkschaften sich einigen konnten, ein Argument für die Güte des Vorschlags sein soll. Reicht das wirklich? 

Wieso haben die so genannten Sozialpartner den Vorschlag des Fachverbands ASIP ignoriert, dem jüngst sogar der Geweberverband, der mit einem eigenen Vorschlag angetreten war, attestiert hat, dass es sich um einen sehr guten Vorschlag handelt? – Fragen über Fragen... 

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