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Lohnt sich die Säule 3a wirklich?

Sicherheit mal drei: AHV und Pensionskassen alleine reichen im Alter in der Regel nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu behalten. Jeder, der ein AHV-pflichtiges Einkommen hat, darf in die Säule 3a einzahlen. Dabei ist die Steuereinsparung im Einzahlungsjahr sehr attraktiv. Viele fragen sich, ob sich die Einzahlungen finanziell wirklich lohnen. Das ist bei weitem nicht immer der Fall. Martin Spieler beantwortet eine Leserfrage.

Man hört oft von der 3. Säule und dass man da einzahlen sollte. Ich bin 34, angestellt und habe einen recht guten Kaderlohn. Lohnt sich eine solche 3. Säule wirklich? Wie viel Steuern spart man? F.I.

Da ich Ihr genaues steuerbares Einkommen nicht kennen und auch nicht weiss, in welchem Kanton Sie wohnen, kann ich Ihre Steuerersparnis aufgrund der Säule 3a nicht genau beziffern. Ich kann Ihnen aber eine Grobangabe geben, welche Sie bei Ihrer weiteren Entscheidungsfindung unterstützt. 

Wenn Sie verheiratet sind, wie ich Ihren Angaben entnehme, und ein steuerbares Einkommen von vielleicht 120’000 bis 140’000 Franken pro Jahr haben, macht Ihre Steuerersparnis rund ein Drittel des für Angestellte mit Pensionskasse möglichen Maximaleinzahlungsbetrag für die Säule 3a aus.

Falls Sie also eine 3. Säule bei einer Bank oder Versicherung eröffnen und in diesem Jahr den Maximalbetrag von 6768 Franken überweisen, zahlen Sie im nächsten Jahr je nach Ihrem Wohnkanton knapp 2000 bis 2200 Franken weniger Steuern. Mit der Steuerersparnis können Sie also bereits einen Teil Ihrer zusätzlichen Altersvorsorge finanzieren.

Wenn Sie nicht nur einmal einzahlen, sondern möglichst jedes Jahr bis zur Pensionierung den vollen Betrag, kämen so über 200’000 Franken zusammen, die Ihnen im Alter helfen, Ihren Lebensstandard zu verbessern. Denn mit der AHV-Rente und dem Geld aus der Pensionskasse allein dürften Sie nicht in der Lage sein, dann Ihren bisherigen Lebensstandard auf dem gleichen Niveau wie noch im Erwerbsleben aufrecht zu erhalten.

Obwohl Sie das Vorsorgegeld aus der Säule 3a bei der Auszahlung auch versteuern müssen, bleibt dennoch unter dem Strich eine schöne Steuerersparnis, da das 3. Säule-Kapital bei der Auszahlung zu einem reduzierten Satz besteuert wird.

Über den eigentlichen Sparbetrag hinaus profitieren Sie vom Zinseszinseffekt während dreissig Jahren. Da Sie noch jung sind, empfehle ich Ihnen, das 3. Säule-Geld nicht einfach auf dem Konto liegenzulassen, sondern das Geld in kostengünstige Vorsorgefonds mit einem möglichst hohen Aktienanteil zu investieren.

Tiefe Gebühren bieten etwa passiv geführte Vorsorgefonds. Je höher der dabei gewählte Aktienanteil, desto grösser sind langfristig Ihre Renditechancen. Dies bedeutet zwar auch, dass Sie höhere Risiken mit Ihrem 3. Säule-Geld eingehen. Da das Kapital aber ohnehin dreissig Jahre nicht angetastet würde, können Sie mit höheren Schwankungsrisiken, welche ein hoher Aktienanteil zur Folge hat, gut leben.

Die Rückschläge in schlechten Börsenjahren werden langfristig durch Buchgewinne in starken Börsenjahr wie im letzten Jahr kompensiert.

Noch mehr Steuern sparen können Sie übrigens, wenn Sie nicht nur ein 3. Säule-Konto halten, sondern drei bis vier und diese dann vor der Pensionierung gestaffelt auszahlen lassen. Dann zahlen Sie nämlich auch bei der Auszahlung in den meisten Kantonen weniger Steuern.  

Tages Anzeiger; 02.01.2019; Martin Spieler

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