Sie sind hier

OECD-Prüfbericht zur Schweiz fordert Rentenalter 67

Wie die NZZ am Montag berichtete, liefert der neuste Bericht des globalen Ländervereins OECD zur Schweiz Futter für diverse politische Lager. Auffällig seien unter anderem die Kritik an der geplanten Übergangsrente für ältere Langzeitarbeitslose und die Forderung nach mehr öffentlichen Investitionen. Nur einen Tag später veröffnetlichten die Jungfreisinnigen eine neue Volksiniitative mit Ziel einer Erhöhung des Rentenalters. (Artikel im Blick) Kommt das Begehren zustande und an der Urne durch, steigt das Rentenalter innert sechs Jahren auf 66, für alle. Für Männer ab Jahrgang 1961 würde es jedes Jahr um zwei Monate steigen – für Frauen ab Jahrgang 62 um vier Monate. Gemäss jungfreisinnigem Fahrplan wäre das Rentenalter damit im Jahr 2032 erreicht. Und es könnte noch weiter steigen. Die Initiative würde einen Automatismus einführen: Je älter die Leute im Schnitt werden, umso länger sollen sie arbeiten müssen. Die jungfreisinnige Formel rechnet mit einem Faktor von 0,8. Das heisst: Steigt die Lebenserwartung um 1 Jahr, wird auch das Rentenalter um gut 10 Monate erhöht. Der Jahrgang 1976 würde damit beispielsweise erst mit 67 pensioniert.

Es ist absehbar, dass diese Vorschläge auf grossen Widerstand stossen. Der ASIP, dessen Mitglieder von Arbietnehmern und Arbeitgebern paritätisch geführt werden,hält sich mit einer Stellungnahme eher zurück. Jedoch muss man sich die Frage stellen, wie lange sich ein fixes Rentenalter noch aufrecht erhalten lässt, das auf einer Lebenserwartung unter 80 Jahren beruht, während die Lebenswartung immer weiter steigt und mittlerweile für beide Geschlechter bei weit über 80 liegt. Je länger die Rentenbezugsdauer relativ zur Lebensarbeitszeit ist, desto weniger ist sie ohne Renteneinbussen finanzierbar. Das ist reine Mathematik und eigentlich kann Mathematik nicht durch politische Entscheidungen ausser Kraft gesetzt werden. 

Blog Buttons Bottom