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Schon mal an die Rente gedacht?

Es ist keine schlechte Idee, sich früh mit der Altersvorsorge auseinanderzusetzen. Wie man das Thema am besten angeht und welche Fragen man sich rund um die Vorsorge stellen sollte, lesen Sie hier. 

 

Altersvorsorge ist gar nicht so kompliziert, wie man denkt. Zusammen mit Finanzberater Marco Russi aus Chur beantworten wir die wichtigsten Fragen. 

1. Was sind die Basics?
Die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) ist obligatorisch für alle über 18 Jahre. Das Geld, das du hier von deinem Lohn abgibst, wird direkt an die jetzigen Pensionierten ausgezahlt. Das nennt sich Umlageverfahren. Wer mehr als 21 150 Franken pro Jahr verdient, zahlt zudem in eine Pensionskasse ein – zuerst nur als Vorsorge für Invalidität und den Todesfall. Das obligatorische Sparen fürs Alter in die PK beginnt, wenn du 25 bist.

2. Ab wann muss ich mich mit all dem beschäftigen?
«Sobald du anfängst zu arbeiten, solltest du dich mit der Vorsorge auseinandersetzen», empfielt der Experte. 

3. Was ist der erste Schritt?
«Erstmal reicht es, wenn du Anfang Jahr deinen Vorsorgeausweis studierst, den du vom Arbeitgeber erhältst», sagt der Experte. Dort steht, wie viel dir voraussicht- lich als Rentnerin ausgezahlt wird und welche Leistungen bei Invalidität oder im Todesfall ausbezahlt werden. Kannst du dir vorstellen, von diesem Betrag zu leben? Falls nicht, könntest du freiwillig in die sogenannte Säule 3a einzahlen. Dieses Konto darfst du aber nur unter bestimmten Umständen auflösen. Dafür kannst du je nach Wohnort ordentlich Steuern sparen.

4. Worauf muss ich achten, wenn ich Teilzeit arbeite?
Viele Millennials arbeiten nicht Vollzeit. Ein Problem? «Das hängt stark vom Lohn ab», sagt Marco Russi. Er rät besonders jenen, die weniger als 60 Prozent arbei- ten und darum auch wenig einzahlen, sich besonders gut zu informieren. Auch hier könnte die private Vorsorge eine Lösung sein.

5. Wie viel vom Lohn ist versichert?
Die meisten Pensionskassen ziehen vom Jahreseinkommen einen sogenannten Koordinationsabzug ab, um den versicherten Lohn zu berechnen. Derzeit beträgt der Abzug 24 675 Franken. Auch hier wieder: aufgepasst, wenn du Teilzeit arbeitest! Der Abzug ist nicht automatisch deinem Arbeitspensum angepasst. «Es besteht aber die Möglichkeit, dass der Arbeitgeber zusammen mit der Pensionskasse den Abzug dem Pensum anpasst», so Russi.

6. Was passiert bei mehreren Jobs?
Die oben erwähnte Anpassung des Koordinationsabzugs ist besonders wichtig, wenn du zwei Halbzeitstellen miteinander kombinierst – im schlimmsten Fall zahlst du dann in zwei verschiedene Pensionskassen ein und leidest unter zwei Abzügen. Problematisch ist es auch, wenn dein Lohn unter der Eintrittsschwelle von 21 150 Franken liegt – dann zahlt dir der Betrieb nämlich gar nichts ein. «Das kann bedeuten, dass man bei der Pensionierung keine Gelder aus der 2. Säule erhält», so Marco Russi. Damit dir das trotz deiner zwei Jobs nicht passiert, kannst du dich der Stiftung Auffangeinrichtung vom Bund anschliessen.

7. Was, wenn ich länger verreise?
«Dann zahle unbedingt den Mindestbeitrag der AHV ein, sonst riskierst du später Kürzungen», warnt Marco Russi. Falls du zusätzlich in die Säule 3a einzahlst, ist das in solch einer Situation natürlich umso sinnvoller, da die Beiträge an die Pensionskasse ausfallen, wenn du nicht arbeitest.

Mehr zum Thema Vorsorge findest du auf bsv.admin.ch
Marco Russi berät als unabhängiger Finanzberater Kunden zu Finanzplanung und Fragen rund um die Pensionierung. 

20 minuten friday; 28.09.2018; Eva Hediger

 

 

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