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So stärken Teilzeitler ihre Pensionskasse

Obwohl die Beliebtheit der Teilzeitarbeit stetig steigt und die Möglichkeit der Teilzeitarbeit vielen Arbeitskräften den (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtert, muss man als Teilzeitler an einigen Stellen einbüssen. Denn die Teilzeitarbeit kann beispielsweise zu schweren Vorsorgelücken in der Altersrente führen.

 

Tagesanzeiger, 14. September 2018

 

Sie raten oft zu 3a- oder freiwilligen Einzahlungen in die Vorsorge. Aber das Geld dazu ist eventuell nicht vorhanden, weil eben kein 100%-Pensum gearbeitet wird. Es gibt tatsächlich Unternehmen, deren PK-Reglement es erlaubt, den Koordinationsabzug dem Teilzeitpensum anzupassen. Bei 50% Teilzeit werden aktuell nur rund 12’338 Franken koordinierter Lohn abgezogen, was den versicherten Lohn erhöht. A.S.

 

Der Koordinationsabzug ist in der Tat eine Vorsorgefalle für alle jene, die Teilzeit arbeiten. Besonders betroffen davon sind Frauen, welche nach der Geburt oft nur ein Teilpensum übernehmen, vermehrt aber auch Männer, die nur Teilzeit arbeiten möchten.

 

Der Koordinationsabzug legt fest, welcher Lohnumfang bei der Pensionskasse versichert ist. Der Koordinationsabzug entspricht der Höhe von 7/8 der maximalen AHV-Jahresrente und liegt momentan bei 24’675 Franken. Dieser Betrag wird vom Jahreseinkommen in Abzug gebracht. Der sogenannt koordinierte Lohn wird dann von der Pensionskasse im Rahmen der zweiten Säule versichert. Dies führt dazu, dass nur auf einem deutlich geringeren Lohnanteil Vorsorgebeiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer geleistet werden. Vor allem ist die Konsequenz, dass man später weniger für die Altersvorsorge angespart und bei der Pensionierung weniger Kapital oder eine tiefere Rente zur Verfügung hat.

 

Im Rahmen der politischen Debatte um die Altersreform wird immer wieder eine Senkung oder sogar Streichung des Koordinationsabzugs verlangt. Tatsache ist, dass der Koordinationsabzug nach wie vor angewandt wird. Ein Arbeitgeber kann aber, wie Sie richtig schreiben, mit seiner Vorsorgeeinrichtung vereinbaren, dass der Koordinationsabzug freiwillig gesenkt und zum Beispiel dem Arbeitspensum angepasst wird.

 

Bei einem Pensum von 50 Prozent wäre dann der Koordinationsabzug auch nur die Hälfte, was dazu führt, dass mehr Einkommen in der Pensionskasse versichert ist und man trotz Teilzeitarbeit später mehr Geld im Alter zur Verfügung hat. Ich empfehle daher Teilzeitmitarbeitenden, das bei ihrem Arbeitgeber zu thematisieren.

Falls die Vorsorgeeinrichtung die Möglichkeit eines tieferen Koordinationsabzugs vorsieht, kann man es einfach umsetzen. Ansonsten kann man die Vorsorgeeinrichtung auffordern, das Reglement entsprechend zu ändern, wobei dies dann vom Arbeitgeber aus zu erfolgen hat. Ein geringerer Koordinationsabzug für Teilzeitmitarbeitende macht ein Unternehmen als Arbeitgeber attraktiver und verschafft diesem bei der Gewinnung von Talenten einen Pluspunkt.

 

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