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So vermeiden Sie Risiken bei der Altersvorsorge

Eine Hypothek über die Jahre hinweg indirekt zu amortisieren, macht Sinn und hat den grossen Vorteil, dass Sie in dieser Zeit auch noch Steuern sparen. Die Einzahlungen in die 2. Säule – also in die Pensionskasse – dürfen Sie vollumfänglich von den Steuern abziehen. Bei Pensionskassen mit Unterdeckung ist jedoch Vorsicht geboten. Angesichts der negativen Entwicklung der Finanzmärkte ist damit zu rechnen, dass sich bei verschiedenen Kassen der Deckungsgrad weiter verschlechtert.

Wir haben eine auslaufende Hypothek von 200’000 Franken für 7 Jahre verlängert und möchten sie 2025 amortisieren. Dazu überlegen wir uns, über die nächsten vier Jahre 100’000 Franken als freiwillige Einkäufe in die 2. Säule einzuzahlen, um die Steuerlast zu reduzieren. Was halten Sie von diesem Vorgehen? Welchen Einfluss hat der Deckungsgrad der BVK von aktuell 97 Prozent, wenn wir das Geld im Jahr 2025 für Wohneigentum wieder beziehen wollen? Welche Fallstricke gibt es? J.B.

Eine Hypothek über die Jahre hinweg indirekt zu amortisieren, macht Sinn und hat den grossen Vorteil, dass Sie in dieser Zeit auch noch Steuern sparen. Die Einzahlungen in die 2. Säule – also in die Pensionskasse – dürfen Sie vollumfänglich von den Steuern abziehen.

Auch Einzahlungen in die steuerbegünstigte Säule 3a, die sich auch für die indirekte Amortisation gut eignet, dürfen im Rahmen der gesetzlichen Maximalbeträge in der Steuererklärung in Abzug gebracht werden. Allerdings müssen diese Einzahlungen später beim Bezug dann versteuert werden – immerhin aber getrennt vom übrigen Einkommen und zu einem tieferen Satz.

Prüfen sollten Sie bei einer freiwilligen Einzahlung in die Pensionskasse, ob sich dadurch auch die Risikoleistungen verbessern – also jene Leistungen der PK im Todesfall oder bei Invalidität. Falls möglich ist es besser, wenn Sie in den obligatorischen Teil einzahlen, denn hier gilt nach wie vor der gesetzlich garantierte Mindestzins.

Hellhörig macht mich in Ihrem Fall allerdings der Hinweis, dass Ihre Pensionskasse in einer Unterdeckung ist. Angesichts der negativen Entwicklung der Finanzmärkte muss man damit rechnen, dass sich bei verschiedenen Kassen der Deckungsgrad verschlechtert. Da Ihre Kasse bereits in der Unterdeckung ist, muss ich Sie auf die damit verbundenen Risiken hinweisen, zumal Sie auch nach Fallstricken bei Ihrem Vorgehen fragen.

Eigentlich empfehle ich, freiwillige Einzahlungen nur vorzunehmen, wenn sich der Deckungsgrad einer Kasse wenigstens bei 100 Prozent oder mehr bewegt. Der Deckungsgrad sagt aus, dass eine Kasse alle Verpflichtungen vollumfänglich wahrnehmen kann. Wenn der Deckungsgrad unter 100 Prozent liegt, ist diese Garantie derzeit nicht gegeben.

Wenn eine Kasse immer stärker in eine Unterdeckung gerät, dieser Zustand über längere Zeit anhält und trotz eingeleiteter Massnahmen sich keine Besserung abzeichnet, ist dies ein Alarmzeichen. Im schlimmsten Fall ist eine Kasse in Unterdeckung gezwungen Sanierungsmassnahmen einzuleiten, etwa indem höhere Beiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern eingefordert werden, was eine Lohneinbusse bedeutet.

Mögliche Beiträge an die Sanierung können auch auf freiwilligen Einzahlungen erhoben werden. Zudem kann es im schlimmsten Fall zu einer Kürzung bei der Auszahlung kommen. Bei der BVK laufen ja schon seit einiger Zeit die Sanierungsmassnahmen, und man darf hoffen, dass sich die Situation grundsätzlich verbessert. Aufgrund der nach wie vor sehr tiefen Zinsen und der Turbulenzen an den Finanzmärkten kann es aber immer wieder einen Rückschlag geben.

Vor diesem Hintergrund müssen Sie sich bewusst sein, dass Sie ein gewisses Restrisiko eingehen, wenn Sie in Ihre Kasse, die sich noch in Unterdeckung befindet, freiwillige Einzahlungen leisten.

Ich würde mir überlegen, ob Sie nicht wenigstens einen Teil des Geldes statt in die Pensionskasse in die steuerbegünstigte Säule 3a einzahlen möchten, bei der Sie die Einzahlungen ebenfalls steuerlich in Abzug bringen können. Vor allem aber diversifizieren Sie damit Ihre Risiken auch bei der Altersvorsorge, wozu ich unbedingt rate.

blog.tagesanzeiger.ch; Josef Marti; March 21, 2019

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