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Stellungnahme zum gestrigen Kassensturz-Bericht

Gestern berichtete der Kassensturz über die bereits in zahlreichen Medien verbreitete Misswirtschaft bei der Pensionskasse Phoenix. So schlimm dieser Fall ist, man muss sich vor Augen führen, dass es sich bei Phoenix um 1 von 1700 Pensionskassen handelt und man nicht aufgrund dieses einen Einzelfalls die ganze Branche anklagen darf. Es gibt im Schweizer Rechtssystem zurecht keine Sippenhaft. Das Gros der Pensionskassen und ihrer Angestellten arbeitet hoch seriös und hat immer das Wohl ihrer Versicherten im Auge. Sie aufgrund dieses Einzelfalls zu verurteilen wäre nicht nur unfair, sondern kontraproduktiv. Der Fall Phoenix zeigt, dass Aufsicht und Kontrolle funktionieren. Dass bereits ein Schaden vorhanden war, als die Misswirtschaft aufflog, liegt in der Natur der Sache. Schlimmere Schäden konnten aber vermieden werden. Man muss abwägen zwischen einem Schaden, der durch Misswirtschaft entsteht, und den Kosten für dessen Vermeidung. Möchte man solche Fälle komplett verunmöglichen, würden die Kosten der Kontrolle schnell einmal viel höher als die Schäden, die im heutigen System passieren können. Hundertprozentige Sicherheit kann es aber auch dann nicht geben, 99prozentige Sicherheit hat einen enorm hohen Preis. Dessen sollte sich jeder bewusst sein, der jetzt strengere Auflagen und Kontrollen fordert. Die Gesamtheit der Pensionskassen und jeder Versicherte würde zur Kasse gebeten wegen 0.6 Promille Übeltätern. Ob der „Kassensturz" bei diesem Verhältnis sinnvoll ist, sei dahingestellt.

 

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