Sie sind hier

"Tabubruch in der zweiten Säule"

Finanz und Wirtschaft-Redaktor Peter Morf bezeichnet in einem Kommentar den Reformvorschlag des Bundesrates als „systemfremd“. "Es gibt keine ineffizientere Sozialpolitik als jene mit der Giesskanne."

In einem Punkt besteht Einigkeit: Nicht nur die erste Säule der Altersvorsorge, die AHV, ist reformbedürftig, auch die zweite, die berufliche Vorsorge. (...) Die Kosten des Vorhabens werden auf rund 3 Mrd. Fr. beziffert. (...) Mehr als die Hälfte der Zusatzkosten entfällt auf den Rentenzuschlag. Mit diesem Zuschlag wird ein Umlageelement in das System des Kapitaldeckungsverfahrens eingefügt. Damit werden die zwei Säulen systematisch miteinander verkoppelt – das ist ein Tabubruch, vorgenommen ohne jede Not. Die zweite Säule wird so gegenüber der ersten geschwächt.

(...) 

Die Kritiker haben sich schon gemeldet. Von den Sozialpartnern ist der Gewerbeverband auf Distanz gegangen und trägt den Entwurf nicht mit. Auch andere haben Kritik angemeldet: Der Pensionskassenverband, der Baumeisterverband oder Scienceindustries (der Verband Chemie, Pharma, Life Sciences).

Sie alle stören sich letztlich an den teuren Rentenzuschlägen. Diese sind nicht nur systemfremd, sondern belasten auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Dieser Rentenzuschlag dürfte so kaum haltbar sein. Alternative Modelle und Korrekturvorschläge liegen vor. Innenminister Alain Berset dürfte allerdings nur schwer vom präsentierten Vorschlag abzubringen sein, denn Gewerkschaftsbund und SP haben dazu applaudiert.

Hier geht es zum Artikel in voller Länge.

Blog Buttons Bottom