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Vorsorge für Unternehmer

Der Beginn einer Unternehmertätigkeit bringt nicht zuletzt im Hinblick auf die Vorsorgeplanung einige neue Herausforderungen mit sich. Dieser Ratgeberartikel zeigt auf, dass es sich bereits in der Startphase lohnt, nebst dem wirtschaftlichen Vorhaben auch die private Seite zu reflektieren. Ausserdem beschreibt der Autor die Überprüfung der eigenen Vorsorgesituation eines Unternehmers als rollenden Prozess, der je nach Lebensphase neu durchgeführt werden sollte.

 

Wirtschaft regional; 05.09.2015 Seite 13 Wirtschaft; Adrian Berger

Zukunftsplanung. Ein Unternehmer ist erfolgreich, wenn er heute weitsichtige Entscheide trifft, welche sich in der Zukunft auszahlen. Für ihn selbst und sein Unternehmen.

Diese Entscheide sind nicht immer einfach. Mit einem Businessplan reflektiert der Unternehmer in der Startphase sein wirtschaftliches Vorhaben und versucht damit abzuschätzen, ob seine Geschäftsidee langfristig erfolg reich sein wird.

Gründung oder Übernahme
Zu Beginn der Unternehmertätigkeit ist die Planung stark auf das neu zu gründende beziehungsweise zu übernehmende Unternehmen ausgerichtet. Die private Seite des Unternehmers wird oft zu wenig mit einbezogen. Dabei haben die unternehmerischen Entscheide direkten Einfluss auf das private Budget, die Vermögensstruktur und die Vorsorgesituation des Unternehmers. Auch güter- und erbrechtliche Aspekte sind zu berücksichtigen.

Mit Aufnahme der Unternehmertätigkeit verändert sich zum Beispiel die Absicherung im Vorsorgebereich. Je nach Rechtsform der Firma (Einzelfirma, Anstalt, GmbH oder AG) ist der Abschluss verschiedener Versicherungen (Krankentaggeldversicherung, Unfallversicherung oder der Anschluss an eine Pensionskasse) für den Unternehmer nicht zwingend. Versichert er nur das obligatorisch Notwendige, kann dies zu einer lückenhaften Risikoabsicherung bei Invalidität oder im Todesfall führen. Eine persönliche Risikovorsorgeplanung liefert Antworten für eine bedarfsgerechte Absicherung. Ob die entsprechenden Massnahmen in der betrieblichen oder in der freien Vorsorge umgesetzt werden, hängt von der persönlichen Situation des Unternehmers ab. Als alleinstehender Einzelunternehmer reicht oft eine Absicherung mit reinen Risikoversicherungen in der 3. Säule. Bei einem Firmeninhaber mit Familie ist die Absicherung über die 2. Säule allenfalls geeigneter.

Entwicklungs- und Reifephase
In dieser Phase ist neben den unternehmerischen Aspekten zu prüfen, ob es im Vorsorgebereich Anpassungsbedarf oder Optimierungsmöglichkeiten gibt. Der Unternehmer sollte im Hinblick auf seinen Ruhestand dem Aufbau der privaten Altersvorsorge vermehrt Beachtung schenken und neben dem Unternehmenswert privates Vermögen bilden, das vom Geschäftsgang des Unternehmens unabhängig ist. Nicht betriebsnotwendiges Kapital sollte vom Geschäfts-ins Privatvermögen überführt werden. Dies kann in Form von Lohnzahlungen erfolgen. Oft wird aus steuerlichen Überlegungen jedoch die Gewinnausschüttung gewählt, da dieser Vorgang in Liechtenstein steuerfrei ist. Das Kapital befindet sich dann im freien Vermögen und wird steuerlich mit 4 Prozent Sollertrag als Erwerb erfasst. Findet der Vermögensaufbau in der steuerbegünstigten 2. Säule (Pensionskasse) statt, sind die Erhöhung des Unternehmerlohns und eine Anpassung des Pensionskassenplanes mit Erhöhung der Sparbeiträge gegebenenfalls zielführender. Der Arbeitgeberanteil der Sparbeiträge stellt Geschäftsaufwand dar und die Arbeitnehmerbeiträge können vom steuerbaren Erwerb abgezogen werden. Zudem können zusätzliche freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse getätigt werden. Da deren steuerliche Abzugsfähigkeit begrenzt ist, sollten diese über mehrere Jahre vorgenommen werden. Die Gelder, die sich in der Pensionskasse befinden, werden während der Ansparphase nicht besteuert. Erst beim Leistungsbezug fallen Steuern an.

Nachfolge und Übergabe
Mit der Nachfolgeplanung sollte man frühzeitig beginnen, denn der Aufbau eines Nachfolgers und die Anpassung von Strukturen erfolgt über Jahre. Dem Unternehmer ist es wichtig, dass die Firma weitergeführt wird und die Ar beitsplätze erhalten bleiben. Deshalb verzichtet er beim Verkauf unter Umständen auf einen hohen Kapitalgewinn. Um zu gewährleisten, dass die Altersvorsorge nicht vom Verkaufserlös des Unternehmens abhängt, ist es wichtig, dass der Unternehmer frühzeitig Vermögen ausserhalb des Unternehmens aufgebaut hat.

Nicht jede Konstellation ist für die Übergabe geeignet. Unter Umständen ist deshalb eine Änderung der Rechtsform angebracht. Damit die zu übergebende Firma für den Übernehmer finanzierbar bleibt, sollte sie nicht allzu schwer sein. Um das Unternehmen nachfolgefähig zu machen, können Geschäftsimmobilien allenfalls herausgelöst und nicht betriebsnotwendiges Kapital ausgeschüttet werden.

Fazit
So, wie sich das Unternehmen ständig an neue Rahmenbedingungen anpassen muss, verändert sich auch der Planungsbedarf eines Unternehmers je nach Lebensphase. Die Gesamtsituation sollte deshalb von Zeit zu Zeit überprüft und im Hinblick auf die persönlichen Ziele neu beurteilt werden. Eine umfassende Analyse und Planung durch einen Spezialisten ist hier hilfreich.

Rechtlicher Hinweis: Die Angaben im Sinne der Finanzanalyse-Vorschriften (Gesetz, Verordnung) finden Sie auf unserer Website www.llb.li unter «Rechtliche Bedingungen».

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