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Vorsorgelücken frühzeitig erkennen und schliessen

Sie haben über Jahre in AHV und Pensionskasse einbezahlt und denken, bei Ihnen kann eine Vorsrogelücke nie eintreten? Dies ist ein weit verbreitetes Irrtum unter den schweizer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Wenn Sie nur auf die erste und die zweite Säule bauen, ist eine Vorsorgelücke tatsächlich eher die Regel als die Ausnahme. Diese Lücke sollte rechtzeitig erkannt und noch vor der Pensionierung geschlossen werden. Gilberto Bisonni, Leiter Finanzplanung bei der Basler Kantonalbank, erläutert wichtige Punkte rund um die Vosorge.

 

Studien belegen: Der Grossteil der Schweizer Bevölkerung weiss, dass mit Eintritt der Pensionierung das Renteneinkommen aus der AHV und der Pensionskasse deutlich tiefer ausfällt als das bisherige Einkommen. Man spricht durchschnittlich von etwa 60% des letzten Erwerbseinkommens, das man im Ruhestand im Allgemeinen zur Verfügung hat. Doch nicht alle sorgen entsprechend vor. Um den gewohnten Lebensstandard nach der Pensionierung weiterführen zu können, benötigt man zusätzliche finanzielle Mittel. Der Gesetzgeber unterstützt die private Vorsorge und bietet somit die Möglichkeit, steuerbegünstigt mit der Säule 3a Kapital anzusparen. Besonders, wenn Sie in jungen Jahren mit dem Sparen beginnen, häufen sich schnell beachtliche Summen an. Nebst einer attraktiven Verzinsung profitiert man von bedeutenden Steuerersparnissen.

Säule 3a: Je früher Sie beginnen, desto besser

Durch frühzeitige Einzahlungen in Ihre Säule 3a profitieren Sie in besonderem Masse vom Faktor Zeit. Angestellte mit Anschluss an eine Pensionskasse können pro Jahr maximal CHF 6768 (ab 1.1.2019 CHF 6826) einzahlen. Für Selbständigerwerbende und Angestellte ohne Anschluss an eine Pensionskasse liegt der Betrag bei 20% des Einkommens, maximal aber bei CHF 33840 (ab 1.1.2019 CHF 34128). Beziehen können Sie Ihr Vorsorgeguthaben grundsätzlich bereits fünf Jahre vor dem Erreichen Ihres AHV-Rentenalters – sofern ein AHV-pflichtiges Einkommen erzielt wird – und spätestens fünf Jahre danach. Achtung: Damit der eingezahlte Betrag vor Ende des Jahres verbucht werden kann (nur dann können Sie diesen von Ihrem Einkommen abziehen) achten Sie darauf, dass Sie die Einzahlung noch vor dem 31. Dezember 2018 tätigen.

Mit Wertschriftensparen 3a noch mehr aus Ihrer 3. Säule machen

Gerade im heutigen Niedrigzinsumfeld ist das 3a-Wertschriftensparen eine interessante Vorsorgelösung. Wertschriftenanlagen wirken gegen tiefe Zinsen, da Ihr Renditepotenzial im Vergleich zum Sparen-3-Konto deutlich höher ist (siehe Abb. 2). Erst bei der Auszahlung der Leistungen wird das Kapital zu einem privilegierten Satz versteuert. Allgemein gilt: Je länger Ihre Anlagen für Sie «arbeiten», desto grösser ist die Chance, dass Ihr Vorsorgeguthaben wächst. Bei der Beurteilung Ihres Anlagehorizontes und der richtigen Anlagestrategie sollten Sie allerdings auch den Verwendungszweck des Vorsorgeguthabens berücksichtigen – so beispielsweise den vorzeitigen Bezug zum Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum. Sprich: Wer keine Zeit hat, allfällige Kursschwankungen «auszusitzen», ist mit einer risikoärmeren Anlagestrategie besser beraten.

Mehrere 3a-Konten ermöglichen Steueroptimierung

Das Vermögen und die Erträge der Säule 3a sind bis zu ihrem Bezug steuerfrei. Dann erst wird Ihr Vorsorgeguthaben, getrennt vom übrigen Einkommen, zu einem reduzierten Satz besteuert. Wenn Sie mehrere Sparen-3-Konten unterhalten, müssen Sie nicht Ihr gesamtes Vorsorgekapital im selben Steuerjahr beziehen. Durch eine gestaffelte Auflösung über mehrere Jahre können Sie unter Umständen von einem tieferen Steuersatz und somit von einer geringeren Steuerbelastung profitieren.

Mit Pensionskasseneinkäufen Altersleistung aufbessern

Freiwillige Pensionskasseneinkäufe erhöhen Ihre Altersleistung. Damit verbessert sich Ihr gesamter Finanzhaushalt im Ruhestand und auch die Tragbarkeitsberechnung eines allfälligen Eigenheims. Zudem sind freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse steuerlich attraktiv. Den Einkaufsbetrag können Sie vom Einkommen abziehen, das Guthaben ist nicht als Vermögen steuerbar und die Erträge unterliegen nicht der Einkommenssteuer. Aufgrund der Steuerprogression empfiehlt es sich, die Einkäufe über mehrere Jahre zu staffeln. Mit Einkäufen ab dem 50. Lebensjahr erzielen Sie einen besonders grossen Steuervorteil: Meist ist das Ein- kommen dann am höchsten und die Einkäufe verbleiben nicht zu lange in der Pensionskasse. Damit können auch allfällige Gesetzesänderungen in die Planung miteinbezogen werden. Haben Sie Einkäufe getätigt, so können Sie innerhalb der nächsten drei Jahre kein Kapital aus der Vorsorge zurückziehen. Dies gilt beispielsweise auch bei einem Einkauf in die Basis-Pensionskasse und beim Kapitalbezug aus der Kader-Pensionskasse. Tipp: Einerseits können die Einzahlungen vollumfänglich vom Einkommen abgezogen werden, andererseits unterliegt der Kapitalbezug einem steuerlich privilegierten Vorzugstarif. Beachten Sie hierbei unbedingt die erwähnte 3-jährige Sperrfrist.

Mit der ungebundenen Vorsorge zusätzlich nachhelfen: Die Säule 3b

Zusätzlich zur steuerlich geförderten Säule 3a gibt es auch noch die ungebundene Vorsorge 3b als Zusatzabsicherung. Zwar können 3b-Einzahlungen nicht von den Steuern abgezogen werden, dafür können Sie die Höhe und die Einzahlungshäufigkeit selbst bestimmen. Auch ist das Kapital im Gegensatz zum 3a-Kapital grundsätzlich jederzeit verfügbar. Heute wird das klassische Sparkonto durch die niedrigen Zinsen und die leichte Inflation langfristig oft zum Verlustgeschäft. Daher empfiehlt es sich, beispielsweise auf Fondssparpläne zu setzen, solange Ihnen der Anlagehorizont passt. Zu Diversifikationszwecken kann beispielsweise auch ein Mix aus alternativen Anlagen, Aktien, Immobilien und Anleihen für langfristigen Vermögensaufbau sinnvoll sein. Mit einem Vermögensverwaltungsmandat lässt sich die Vorsorge fürs Alter zusätzlich vereinfachen.

Auf die professionelle Begleitung kommt es an

Vertrauen Sie Ihre Finanzen einem Profi an, der Ihre Situation ganz individuell und im Gesamtkontext betrachtet. Nehmen Sie Ihre Altersvorsorge in die Hand und lassen Sie folgende Tatsache möglichst nicht aus den Augen: Je früher Sie mit Ihrer Vorsorge beginnen, umso besser sind Sie tendenziell im Alter abgesichert.

Am besten noch heute handeln

Je früher Sie Ihre Altersvorsorge in die Hand nehmen, umso besser wird ihr finanzieller Stand im Alter aussehen. Berechnen Sie Ihre persönliche Vorsorgelücke jetzt unter www.bkb.ch/vorsorge und fragen Sie Ihren Kundenberater nach einer für Sie geeigneten Gesamtlösung. Indem Sie Ihre Finanzen einem Profi anvertrauen, der für Ihre Situation eine umfassende und individuelle Finanzplanung erstellt, kann zudem eine optimale Risikosteuerung sichergestellt werden. Damit Sie sorglos in Ihre Zukunft blicken können. 

 Basellandschaftliche Zeitung; 21.11.2018; Gilberto Bisonni

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