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Vorzeitiger Bezug der Pensionskassengelder

In besonderen Fällen kann das Vorsorgeguthaben (Pensionskassengeld) schon vor der Pensionierung bezogen werden: Bei Erwerb eines Wohneigentums, bei Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit (und Sie so nicht mehr der obligatorischen beruflichen Vorsorge unterstehen) oder bei definitiver Auswanderung aus der Schweiz. Dabei gibt es Ausnahmen und Regeln zu beachten. Ein Fallbeispiel zeigt Fredy Hämmerli im K-Geld Blog. 

«Ich habe mich im Januar des letzten Jahres mit einem kleinen Versandhandel für vegane Produkte selbständig gemacht. Den Aufbau ­finanzierte ich mit Pen­sions­kassen­geld. Ende Jahr gründete ich eine GmbH. Nun verlangt die Steuer­behörde die Rück­zahlung der Kapitalleistung an meine ­Pensionskasse. Ist das ­korrekt?»

Ja. Mit der Umwandlung Ihrer Einzelfirma in eine GmbH gelten Sie nicht mehr als Selbständigerwerbende, sondern als Angestellte Ihres eigenen Unternehmens. Damit ist die Vor­aussetzung für eine Barauszahlung gemäss Freizügigkeitsgesetz nicht mehr gegeben. Sie müssen das vorbezogene Kapital an Ihre Pensionskasse zurückzahlen. Andernfalls wird es zusammen mit Ihrem übrigen Einkommen voll besteuert. Im Gegenzug erhalten Sie auf Antrag die bereits bezahlte Steuer auf den Kapitalbezug zurück. Mit Ihrem AHV-­pflichtigen Lohn von mehr als 21 150 Franken jährlich (ab 1. Januar 2019 ab 21330 Franken) unterstehen Sie auch wieder der obligatorischen beruf­lichen Vorsorge.

ktipp.ch; 05.12.2018;  Fredy Hämmerli

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