Sie sind hier

Wann Sie an die Altersrente denken müssen

Obwohl sich die Schweizer Bevölkerung laut einer Studie um ihre Altersvorsorge sorgt, handelt sie nur zurückhaltend. Oft fühlen sich die Betroffenen noch zu jung oder sie stehen finanziell noch nicht auf festen Beinen, um sich um ihre Altersvorsorge kümmern zu können. Viele fühlen sich auch einfach schlichtweg überfordert. 

 

Bote der Urschweiz; 31.10.2018

 

Wie hoch die Rente nach der Pensionierung ist, hängt von vielen Faktoren ab. Die Zusammenstellung zeigt, wann wir uns mit der Altersvorsorge auseinandersetzen müssen, um der Pension gelassen entgegenzublicken.

 

Ausbildung abgeschlossen, Start ins Berufsleben

Mit dem Einstieg ins Berufsleben beginnen die AHV-Beitragsjahre und die Risikoversicherung in der 2. Säule. Überprüfen Sie, ob Sie genügend gegen Invalidität versichert sind, eventuell empfiehlt sich eine Versicherung bei Erwerbsausfall. Beginnen Sie möglichst früh mit dem Sparen in der Säule 3a; vermeiden Sie jedoch den Abschluss einer gemischten Lebensversicherung.

 

Mehrmonatiger Auslandaufenthalt

Bei einem mehrmonatigen Auslandaufenthalt bezahlen Sie keine Beiträge an die AHV und eventuell auch die Pensionskasse. Stellen Sie sicher, dass Ihre AHV-Beitragspflicht trotzdem erfüllt ist, und zahlen Sie die Risikobeiträge an die Pensionskasse weiter, falls dies möglich ist. Die grösste Gefahr ist, dass Ihr Schutz bei Unfall oder Krankheit im Ausland nicht ausreichend ist.

 

Konkubinat und erste Wohnung

Um Streitigkeiten in der Zukunft vorzubeugen, sollten Sie einen Konkubinatsvertrag abschliessen. Bei vielen Pensionskassen besteht auch im Konkubinat ein Anspruch auf Hinterlassenenleistungen, der allerdings an gewisse Bedingungen geknüpft ist. Teilweise ist dafür eine schriftliche Meldung an die Pensionskasse notwendig. Wichtig: Im Konkubinat ist Ihr Partner im Alter beziehungsweise Todesfall schlechter abgesichert als bei einer Heirat.

 

Geburt des ersten Kindes

Beendet einer der Ehepartner nach der Geburt des Kindes die Erwerbstätigkeit, fehlt für einen der beiden der Risikoschutz bei Erwerbsunfähigkeit und Tod. Der Abschluss einer Risikoversicherung macht also Sinn. Möglich ist zusätzlich eine Kinder-Invalidenrente.

 

Heirat/eingetragene Partnerschaft

Mit der Trauung/eingetragenen Partnerschaft besteht ein gegenseitiger Anspruch auf Hinterlassenenleistungen. Ohne Kinder ist dieser bei der AHV und vielen Pensionskassen an Bedingungen geknüpft. Eine ungenügende Absicherung des Partners kann durch eine private Versicherung vermieden werden. Abschluss einer zusätzlichen Säule 3a für gestaffelten Bezug.

 

Jobwechsel

Mit dem neuen Job wechselt auch die Pensionskasse. Ein Vergleich der Leistungen lohnt sich. Achten Sie insbesondere auf eine genügende Deckung bei Erwerbsausfall.

 

Kauf von Wohneigentum

Wird ein Teil des Guthabens aus der Pensionskasse für den Kauf von Wohneigentum vorbezogen, so kann es zu einem verminderten Risikoschutz bei Tod und Invalidität in der 2. Säule kommen. Alternativ können Pensionskassengelder auch verpfändet werden. Abschluss einer zusätzlichen Säule 3a für gestaffelten Bezug. Amortisationen können indirekt über die Säule 3a erfolgen. Abschluss Vorsorgeauftrag.

 

Jobwechsel, Kaderstelle

Wenn Sie beruflich aufsteigen, ist dies in der Regel mit einem höheren Lohn und ergo mit höheren Altersleistungen der Pensionskasse verbunden. Nutzen Sie die Einkaufsmöglichkeiten bei der Pensionskasse, und sparen Sie damit gleichzeitig Steuern.

 

Kind zieht aus

Ist der Nachwuchs erst mal ausgezogen und steht auf eigenen Beinen, steht mehr Kapital für die Altersvorsorge zur Verfügung. In dieser Phase stehen Einkäufe in die Pensionskasse und die Stärkung der 3. Säule im Vordergrund. Abschluss einer zusätzlichen Säule 3a für gestaffelten Bezug. Überprüfen Sie Ihre Vorsorgesituation neu und lösen Sie überflüssig gewordene Policen auf.

 

Reduktion Arbeitspensum

Weniger Geld fliesst in die Pensionskasse und die AHV. Bei der Pensionskasse besteht jedoch die Möglichkeit, den bisherigen Lohn weiter zu versichern. Abschluss einer zusätzlichen Säule 3a für gestaffelten Bezug. Gleichzeitig können ab Alter 59/60 bereits Gelder der Säule 3a bezogen werden. Planen Sie die Bezüge rechtzeitig, denn aus Steuergründen ist der gestaffelte Bezug aller Vorsorgekapitalien (inkl. PK) am vorteilhaftesten.

 

Scheidung, neue Partnerschaft

Bei einer Scheidung werden die Vermögen, die abgerechneten Einkommen bei der AHV sowie die Pensionskassengelder gesplittet. Die Altersleistungen können dadurch wesentlich tiefer ausfallen. Es empfiehlt sich, die Vorsorgesituation auf die neuen Lebensumstände auszurichten – und denken Sie auch an die Nachlassregelung.

 

Erbschaft

Gelangen Sie in den Besitz einer Erbschaft, erhöht sich Ihr finanzieller Spielraum. Dieser kann für PK-Einkäufe, die Finanzierung der vorzeitigen Pensionierung oder Amortisationen genutzt werden. Überprüfen Sie auch Ihre Anlagestrategie.

 

AHV-Alter

Während die PK-Rente nur bei Weiterarbeit aufgeschoben werden kann, kann der Bezug der AHV-Rente unabhängig von der Erwerbstätigkeit erfolgen. Finanziell betrachtet, macht es oft Sinn, die AHV-Rente ordentlich zu beziehen und nur die PK-Rente aufzuschieben. Bei Weiterarbeit gilt ab ordentlichem Rentenalter ein AHV-Freibetrag von CHF 1400 monatlich.

 

Ruhestand

Mit der definitiven Aufgabe Ihrer Erwerbstätigkeit haben Sie Anspruch auf eine Rente oder einen Kapitalbezug aus der Pensionskasse. Oft macht auch eine Kombination aus Renten- und Kapitalbezug Sinn. Schliessen Sie das Unfallrisiko in der Krankenkasse ein.

Die Altersangaben sind als Richtgrösse zu verstehen.

 

Tod des Partners

Der überlebende Ehepartner erhält eine Ehegatten-Altersrente, welche in der Regel 60 Prozent der Altersrente des Verstorbenen entspricht. Falls noch rentenberechtigte Kinder da sind, werden zusätzlich Kinderrenten fällig. Die Erbteilung geht einfacher über die Bühne, wenn vorher alles sauber geregelt wurde.

 

Blog Buttons Bottom