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Warum eine Senkung des Umwandlungssatzes auch nach dem Nein Priorität hat

Der aktuelle Umwandlungssatz berücksichtigt die Alterung der Bevölkerung nicht. Der Umwandlungssatz ist mit 6.8 % zu hoch angesetzt. Dies führt dazu, dass den künftigen Rentnern aktuell mehr verteilt wird, als sie selbst angespart haben. Damit fliesst ständig Geld von den aktiven Beitragszahlenden zu den neuen Rentner/-innen. Diese Umverteilung gefährdet die Stabilität der Kassen und geht zulasten der kommenden Generationen. Aus diesen Gründen muss der Umwandlungssatz so schnell wie möglich gekürzt werden, denn je länger zugewartet wird, desto teurer wird es. Lesen Sie im nachfolgenden Artikel mehr zu dieser Herausforderung.

Finanz und Wirtschaft; 18:25 - 25.09.2017  NEWSTICKER, Quelle

Pensionskassen pochen auf Anpassung des Umwandlungssatzes

Bern (awp/sda) - Der Pensionskassenverband pocht auch nach dem Nein zur Rentenreform auf eine Senkung des BVG-Umwandlungssatzes. Dieser müsse dringend der Bevölkerungsentwicklung angepasst werden.

"Die Pensionskassen können nicht ewig mit einem Umwandlungssatz leben, der nicht mit der Alterung der Bevölkerung im Einklang ist", sagte Jean Rémy Roulet, Präsident des Pensionskassenverbandes ASIP am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Andernfalls werde ein Teil der 2. Säule geschwächt.

Jede Pensionskasse müsse nun analysieren, wie sich das Nein zur Altersvorsorge 2020 auf sie auswirke. Danach müsse sie entsprechende Massnahmen treffen, also etwa Rückstellungen bilden, sagte Roulet.

ANPASSUNGEN IM ÜBEROBLIGATORIUM

Der Mindestumwandlungssatz wird nur für den obligatorischen Teil des BVG vorgeschrieben. Vom Volksentscheid ist damit auch nur der obligatorische Teil des BVG betroffen. Dort bleibt der Umwandlungssatz bei 6,8%.

Im Überobligatorium können die Pensionskassen den Umwandlungssatz selber festlegen. Als erste Massnahme könnten die Pensionskassen nun diesen Umwandlungssatz senken, sagte Julien Favre, Finanzexperte des VZ VermögensZentrums.

Um Reserven anzulegen, könnten die Pensionskassen auch den Zinssatz auf dem überobligatorischen Teil der 2. Säule senken. Das ist der Zinssatz, mit dem die BVG-Altersguthaben verzinst werden. Aktuell liegt dieser je nach Kasse zwischen 0,25 und 1%. Den Mindestzinssatz des Obligatoriums hat der Bundesrat auf 1% festgesetzt.

Als dritte Massnahme könnten die Kassen die Risikoprämien für Tod und Invalidität erhöhen. Damit würden die Aktiven mehr einzahlen, um die Renten zu finanzieren, wie Favre sagte.

"JE LÄNGER WARTEN, UMSO TEURER"

Für den ASIP-Präsidenten Jean Rémy Roulet ist klar, dass möglichst schnell eine neue Rentenreform auf den Weg gebracht werden muss. "Je länger wir warten, umso teurer wird es." Priorität habe eine Senkung des Umwandlungssatzes.

Um die 2. Säule zu sichern, müsse man aber sowohl auf Elemente der Altersreform 2020 wie auch auf Massnahmen zurückkommen, die in den Parlamentsdebatten diskutiert und verworfen worden sind. Als Beispiele nannte Roulet eine Erhöhung des Rentenalters oder der Altersgutschriftenansätze sowie eine Senkung des Koordinationsabzuges. Damit würde ein grösserer Teil des Lohns versichert.

mk

 

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