Sie sind hier

Wer clever vorsorgt, profitiert doppelt

Viele fragen sich: Ist Einkauf in die Pensionskasse sinnvoll und lassen sich dabei wirklich Steuern sparen? Grundsätzlich können sich solche Einzahlungen durchaus lohnen. Folgendes Beispiel gibt etwas Aufschluss darüber, was man beim Einkauf in die Pensionskasse berücksichtigen muss.

 

Tagesanzeiger, 28. September 2018

 

Ich bin 63 Jahre alt, Angestellter, vor zwei Jahren geschieden und überlege mir einen Einkauf in meine Pensionskasse. Lohnt sich das? Denn beim Bezug der Pension zahle ich ja auch Steuern. Gibt es eine empfohlene Höchstgrenze pro Jahr, denn ich zahle auch in die 3. Säule ein, damit ich optimalen Steuerabzug bekomme? Ich denke, der Steuerabzug ist in der Höhe wohl irgendwie begrenzt. O. K.

 

 

Ein freiwilliger Einkauf in die Pensionskasse lohnt sich gleich doppelt: Erstens können Sie so Ihre Altersvorsorge stärken, und zweitens sparen Sie beträchtlich Steuern.

 

In Ihrem Fall ergibt ein Pensionskasseneinkauf auch Sinn, da Sie geschieden sind, wie Sie schreiben, und sich Ihr Pensionskassenguthaben aufgrund des Vorsorgeausgleichs ziemlich sicher verringert hat. Sie haben so eine Vorsorgelücke, die es wieder zu füllen gilt.

 

Wenn jemand bereits 63 ist und damit kurz vor dem offiziellen Pensionierungsalter steht, sind freiwillige Einkäufe oft heikel. Falls man dann bei der Pensionierung das Kapital bezieht, könnten die Steuerbehörden eine Rückzahlung verlangen.

 

In Ihrem Fall sehe ich da aber kein Problem. Erstens wünschen Sie offenbar eine Rente, wie ich aus Ihren Zeilen lese, und zweitens haben Sie als Geschiedener eine offensichtliche Lücke in der Pensionskasse, die Sie kompensieren dürfen.

 

Ein Problem sehe ich bei Ihnen lediglich beim Bezug: Falls Sie mit 65 in Pension gehen, haben Sie nicht mehr viel Zeit für einen gestaffelten Bezug der Vorsorgegelder. Diese werden beim Bezug separat vom übrigen Einkommen zu einem tieferen Steuersatz besteuert.

 

Wenn Sie aber tatsächlich gar kein Geld aus der Pensionskasse als Kapital beziehen und nur die Rente wählen, haben Sie mehr Spielraum. Dann können Sie die 3. Säule bis 65 gestaffelt beziehen, sofern Sie mehrere Konten unterhalten.

 

Einen Maximalbetrag für Einzahlungen gibt es bei der Säule 3a: Als Angestellter mit Pensionskasse dürfen Sie in diesem Jahr maximal 6768 Franken einzahlen und dann im nächsten Jahr von den Steuern abziehen.

 

Unabhängig davon dürfen Sie zusätzlich auch eine freiwillige Einzahlung in die Pensionskasse leisten und dann ebenfalls bei den Steuern abziehen. Das macht steuerlich sehr viel aus. Sie könnten also gleich doppelt Steuern sparen.

 

Wie viel Sie maximal in die Pensionskasse einzahlen dürfen, erfahren Sie auf Ihrem Vorsorgeausweis oder direkt bei Ihrer Kasse. Freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse sind allerdings nur empfehlenswert, wenn sich die Kasse in einer robusten Verfassung befindet – insbesondere sollte bei der Kasse keine Unterdeckung bestehen.

 

Ich rate Ihnen, sich über das genaue Vorgehen bei Ihrer Bank oder Versicherung anhand Ihrer genauen finanziellen Verhältnisse beraten zu lassen. Dann kann man Ihnen auch konkret den genauen Steuereffekt, die positiven Folgen für die Rente sowie allfällige erbrechtliche Aspekte aufzeigen.

 

Categories: 

Blog Buttons Bottom