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Wie auch Teilzeitarbeitende zu einer Rente kommen

Ein Arbeitgeber ist erst dann verpflichtet den Arbeitnehmer in die Pensionskasse aufzunehmen und Arbeitgeberbeiträge zu entrichten, wenn der Arbeitnehmer mindestens 21’150 Franken verdient. Wer zwei oder mehr Teilzeitbeschäftigungen hat, jede unter 21’150 Franken Jahreslohn, der ist grundsätzlich bei keinem Arbeitgeber versichert. Wie man als Teilzeitler trotzdem zu einer Rente kommen kann, wird in diesem Beitrag auf tagesanzeiger.ch von Martin Spieler erklärt.  

 

Gerne möchte ich in eine Pensionskasse. Seit 2014 bin ich beim Lohn jedes Jahr über die erforderlichen 21’150 Franken jährlich gekommen, doch bezahlt von zwei Arbeitgebern. Beide Arbeitgeber sind in der gleichen Pensionskasse. Was kann ich tun? E.K.

Teilzeitangestellte sind in der 2. Säule benachteiligt. Erstens fallen viele aus dem Raster, da sie weniger als die erforderlichen 21’150 Franken verdienen. Und zweitens partizipieren viele nur in geringem Rahmen an der Pensionskasse, auch wenn ihr Lohn etwas höher ist, weil der Koordinationsabzug zur Anwendung kommt.

In Ihrem Fall ist es so, dass Sie nur dank der zwei verschiedenen Jobs auf den erforderlichen Lohn kommen, damit Sie sich der Pensionskasse anschliessen dürfen. Wenn man zwei Teilzeitstellen hat und lohnmässig über der Schwelle ist, kann man sich der Pensionskasse von einem der zwei Arbeitgeber anschliessen. Ob dies im konkreten Fall möglich ist, hängt vom Reglement der betroffenen Kasse ab. Prüfen Sie das Reglement der Kasse und wenden Sie sich direkt an diese Pensionskasse mit dem Wunsch nach einer Aufnahme.

Falls gemäss dem Reglement der Kasse eine Aufnahme in dieser Konstellation nicht möglich ist, bedeutet das keineswegs, dass Sie sich nicht einer Kasse anschliessen dürfen. Wenn Sie von der Pensionskasse einen negativen Bescheid bekommen, können Sie sich an die Stiftung Auffangeinrichtung BVG www.chaeis.net wenden. Diese Stiftung ist eine nationale Vorsorgeeinrichtung im Auftrag des Bundes und fungiert als Auffangbecken und Sicherheitsnetz der 2. Säule.
Als einzige Pensionskasse in der Schweiz nimmt sie ausnahmslos jeden anschlusswilligen Arbeitgeber und jede anschlusswillige Einzelperson auf, sofern diese die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen. Der einzelne Arbeitgeber kann Sie zwar für seine Pensionskasse ablehnen, da Sie bei ihm weniger als die erforderlichen 21’150 verdienen. Da Sie aber mit den zwei Arbeitgebern zusammen lohnmässig über der PK-Eintrittsschwelle liegen, muss Sie die Auffangeinrichtung BVG aufnehmen.
Je nach Höhe Ihres Lohnes bleibt nach dem Koordinationsabzug unter Umständen nicht mehr viel. Aber immerhin wird dann ein Teil so versichert. Die Auffangeinrichtung verlangt dann bei den beiden Arbeitgebern Ihre hälftigen Arbeitgeberbeiträge. Die andere Hälfte müssen Sie bezahlen, wie das bei den Pensionskassen üblich ist. Voraussetzung ist, wenn man bei mehreren Arbeitgebern tätig ist, dass der AHV-pflichtige Gesamtjahreslohn grösser ist als der BVG-Mindestlohn von 21’150 Franken.
Wenn man Teilzeit arbeitet, kommt man nicht automatisch in die Pensionskasse, auch wenn man mit zwei oder drei Arbeitgebern zusammen mehr als die erforderlichen 21’150 Franken verdient. In solchen Fällen muss man als Teilzeitmitarbeitender selber aktiv werden und sich um einen Anschluss an eine Pensionskasse von einem der Arbeitgeber bemühen oder aber sich an die Auffangeinrichtung BVG wenden, wo man sich versichern kann.
Wenn man das vernachlässigt, hat es zur Folge, dass man über Jahre in Teilzeit hart gearbeitet hat, dann aber nach der Pensionierung mit keiner oder einer zu geringen Pensionskassenrente dasteht.

blog.tagesanzeiger.ch; 6. Dezember 2018; Martin Spieler

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