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Der Bundesrat hat letzten Mittwoch für 2020 die Mindestverzinsung in der beruflichen Vorsorge auf 1% festgelegt. Angesichts der bisher hohen Renditen der Pensionskassen in diesem Jahr erscheint dies mickrig. Doch dieser Eindruck täuscht, wie die NZZ am 6.11.2019 nachvollziehbar erklärte. Die wichtigsten Aussagen im Artikel: Viele laufenden Renten sind gemessen an der Lebenserwartung und den erwarteten Anlagerenditen stark überhöht. Ein Teil der Anlagerenditen muss also heuer wie jedes Jahr für die Finanzierung der Rentner herhalten. Mehr dazu hier.
Die Eidgenössische Kommission für berufliche Vorsorge (BVG-Kommission) empfiehlt dem Bundesrat, den Mindestzinssatz in der beruflichen Vorsorge für 2020 weiterhin bei 1% zu belassen, wie sie gestern in einer Medienmitteilung schrieb. Mit dem Mindestzinssatz wird bestimmt, zu wieviel Prozent das Vorsorgeguthaben der Versicherten im BVG-Obligatorium mindestens verzinst werden muss. Je tiefer der Satz, desto weniger wachsen die Guthaben der Versicherten.

Ab 2017 beträgt der Mindestzins auf Pensionskassenguthaben noch 1 Prozent statt wie bisher 1,25 Prozent. Was auf den ersten Blick nach einer klaren und eindeutigen Senkung aussieht, stellt sich bei näherem Hinsehen als ein viel komplizierteres Gebilde heraus. Denn nicht allein der Mindestzins ist für die Verzinsung der Guthaben entscheidend, sondern auch der Realzins. Wie diese Komponenten zusammenspielen, lesen Sie in folgendem Artikel.

In einem NZZ-Interview gibt ASIP-Direktor Hanspeter Konrad zu verstehen, wie stark die Vorsorgeeinrichtungen unter den von der Nationalbank verhängten Negativzinsen leiden. Auch in den kommenden Jahren werde es für die Pensionskassen nicht einfach, genügend Kapital zu erwirtschaften. Um Unterdeckungen zu vermeiden ist es deshalb wichtig, dass sich der festgelegte Mindestzins an einer langjährigen Durchschnittsrendite orientiert und in guten Jahren nicht sofort angehoben wird.
Der von der Schweizer Nationalbank festgelegte Negativzins betrifft uns alle, da er die Pensionskassen mit rund 400 - 450 Mio. Franken pro Jahr belastet. Jede Pensionskasse lagert einen Teil ihres Geldes als liquide Mittel auf der Bank, welche ihrerseits verpflichtet ist, Negativzinsen an die Nationalbank zu zahlen. Die SRF-Rundschau vom 13. Januar ging der Frage nach, ob sich der Negativzins auf Rentengeldern umgehen liesse und sprach mit Heinz Karrer, Präsident von Economiesuisse und Bankrat der Schweizerischen Nationalbank, über die schwierige Situation der Pensionskassen.
Am 18. Januar hat das Bundesamt für Statistik (BfS) die definitiven Ergebnisse der Pensionskassenstatistik 2014 veröffentlicht. Unter anderem zeigte sich, dass im Vergleich zum Vorjahr rund 50% mehr Gelder in die Wertschwankungsreserven geflossen sind. Das gibt den Kassen die Möglichkeit, in Jahren mit schlechteren Anlage-Performances die Unterdeckung gering zu halten. Solche Reserven sind wichtig, um langfristig rentabel zu bleiben, sie sind aber nur möglich, wenn sich der Mindestzinssatz an der durchschnittlichen Rendite über mehrere Jahre orientiert.
Ein wichtiger Hinweis darauf, was die gegenwärtige Tiefzinspolitik der Zentralbanken für Auswirkungen hat. Zwischen 1985 und 2002 konnte man sein Vorsorgekapital dank dem Zinseszinseffekt innerhalb von 18 Jahren verdoppeln. Mittlerweile braucht man dafür 65 Jahre! www.vorsorgeforum.ch; 9. Januar 2016; by pwirth; in: Kapitalanlagen, Versicherte Albert Steck von der Migros Bank untersucht in einem Gastkommentar in der Handels-Zeitung die Konsequenzen der Tief- (oder Null- oder Negativ-) Zinspolitik der Zentralbanken. Was passiert, wenn es keinen Zins mehr gibt?
Diese beiden Artikel zeigen auf, wieviel Rendite die Versicherer und Pensionskassen erreichen müssen, um den vom Bundesrat festgelegten Mindestzins vollständig finanzieren zu können. Ausserdem wird das Anlageresultat der Pensionskassen im Jahr 2015 besprochen und auf deren finanzielle Perspektiven fürs kommende Jahr hingewiesen. Finanz und Wirtschaft; 04.11.2015 Seite 18 Unternehmen Pensionskassen und Lebensversicherer müssen nächstes Jahr die Pensionsgelder noch zu mindestens 1,25% verzinsen.

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