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Wegen der Währungsturbulenzen nach der Aufhebung der Euro-Untergrenze sollen 700 Milliarden Franken Pensionskassenvermögen vernichtet worden sein, schätzen Experten. Das sei noch kein Riesendrama, aber dennoch fordern Pensionskassenexperten wegen der anderen, wenig rosigen Zukunftsaussichten ein schnelles Vorgehen bei der Senkung des Umwandlungssatzes in der Zweiten Säule, welcher bei derzeit 6,8 Prozent liegt. Ein Bericht aus Der Bund:
Bundesrat Alain Berset will und muss mit der Rentenreform 2020 die Altersvorsorge für die Zukunft fit machen. Dabei packt er die Demografie in der AHV und den zu hohen Umwandlungssatz in der zweiten Säule gleichzeitig an. Keineswegs ist mit Herrn Berset ein Rentenklauer am Werk, sondern die Vorsorge soll mit Blick auf die Vorsorgelasten der heute aktiven Generation und der künftigen Generationen an die Realitäten angepasst werden. So die Meinung von Patrick Spuhler, Mitglied der eidg. BVG-Kommission, in einem Beitrag der Basler Zeitung. Nachfolgend der gesamte Artikel:
Im vergangenen November legte der Bundesrat dem Parlament die Botschaft zur Rentenreform «Altersvorsorge 2020» vor. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Senkung des Umwandlungssatzes in der zweiten Säule: Es ist, wie schon oft vermerkt, eine demografische Angelegenheit: Die Pensionskassen verlangen dies, weil der Umwandlungssatz der zunehmenden Lebenserwartung der Versicherten angepasst werden soll. Doch für den Fall, dass der Umwandlungssatz wieder nicht sinken sollte, haben Lebensversicherungen die als PKs vieler KMU tätig sind, Rückstellungen vorgenommen.
Das Ertragspotenzial der Pensionsvermögen schwindet. Bald müssen Pensionskassen einen Zinsabzug für ihre Anlagen auf Bankkonten hinnehmen, Neuanlagen in Frankenobligationen bringen nur noch minimalen Ertrag und auf Neuemissionen der Eidgenossenschaft droht gar ein Minuszins. Die Abwertung von Euro und Dollar und der kürzliche Absturz der Schweizer Börse haben das Vermögen der Pensionskassen schätzungsweise 2 bis 4 Prozent reduziert. Den Einbruch gemildert haben die weitere Hausse der Obligationenkurse und der Aufwärtstrend der Auslandsaktien.
Soeben hat der Bundesrat seine Botschaft zur «Altersvorsorge 2020» bekanntgegeben. Es ist absehbar, dass mindestens die bürgerlichen Parteien, wie angekündigt, das Reformpaket zurück an den Absender schicken wollen. Obwohl bei dieser Reform niemand weniger Rente bekommen würde. Stattdessen würde die Altersvorsorge einfach auf ausgewogene Art und Weise langfristig abgesichert. Bei einer Rückweisung gingen wertvolle Jahre verloren, die nachher zu ergreifenden Massnahmen wären nur umso härter, aber nicht besser.
Morgen Mittwoch wird der Bundesrat seine Botschaft zur Reform der Altersvorsorge präsentieren. Die folgenden Artikel der letzten Tage helfen zu verstehen, worum es dabei geht. Sie sind so gut geschrieben, dass sich weitere Kommentare erübrigen. Machen Sie sich schlau!
Reformbedarf bei der ersten Säule: Renten, die heute in der AHV versprochen werden, übersteigen den Barwert zukünftiger Einnahmen der AHV um über 170 Prozent des Schweizer BIP. Auch in der zweiten Säule müssen Anpassungen passieren. Die Vorsorgeguthaben bei den Pensionskassen werden auf den Finanzmärkten so schlecht verzinst wie noch nie, Pensionierte sind immer länger Rentner. Wird der Rentenumwandlungssatz nicht angepasst, findet immer mehr Umverteilung von Jung zu Alt statt.
Höhere Pensionskassen-Beiträge sollen es laut dem Reformvorschlag «Altersvorsorge 2020» ermöglichen, den Rentenumwandlungssatz doch noch zu senken. Der grösste Teil der Beschäftigten zahlt aber schon heute mehr in die Pensionskasse ein, als vom BVG vorgesehen ist. Nicht nur Pensionskassen grösserer Unternehmen und der öffentlichen Hand tun dies, sondern auch die meisten KMU gehen über das BVG-Obligatorium hinaus, so zeigt eine Untersuchung des Beratungsunternehmens Ernst & Young. Der Bericht aus der Zeitung Finanz und Wirtschaft:  
Gestern nahmen wir an einer Veranstaltung des ASIP mit Bundesrat Berset teil und twitterten live. Eigentlich war ein Blogbeitrag über die Veranstaltung geplant, doch verschiedene Zeitungen haben eine sehr gute Zusammenfassung publiziert. Der Einfachheit halber zitieren wir diese Artikel unten. Nur eines wäre noch hinzuzufügen: die Reform darf wirklich nicht scheitern, denn wenn wir noch einmal zehn Jahre warten müssen, werden die Probleme in der Zwischenzeit derart gigantisch, dass man sich gar nicht ausmalen kann, wie sie unter Beibehalt der sozialen Sicherheit noch gelöst werden können. Wir werden immer älter und es werden immer weniger Arbeitnehmer, die immer mehr Rentner finanzieren müssen. Das dürfen wir nicht ignorieren. An das Parlament geht der Appell, die Arbeit nicht zu verweigern, sondern die Reform verantwortungsbewusst anzupacken. Wahljahr hon oder her… Und hier der Artikel, wie er in diversen Zeitungen stand:
Schon wieder kritisieren die Gewerkschaften, der Mindestzins sei zu niedrig (siehe unten). Das Thema begleitet uns nun schon seit Jahren. Dabei verschweigen die Gewerkschaften die Tatsache, dass man nicht gleichzeitig einen hohen Umwandlungssatz und einen hohen Mindestzins verlangen kann. Unser Artikel vom 13. Januar 2013 erläutert dies. Ausserdem empfehlenswert: unser Video über die Stellschrauben der zweiten Säule.  

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