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Am Mittwoch warnte der Schweizerische Gewerkschaftsbund via die Medien, die Lebensversicherer stellten ein sytemrelevantes Risiko dar. (Bsp. Artikel im Tages-Anzeiger: http://staging.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/Systemrisiko-Lebensversicherer/story/31702134) 1,7 Millionen Angestellte, das sind 44 Prozent aller 2.-Säule-Versicherten, zahlen Ihre monatlichen Lohnabzüge an einen der sieben Lebensversicherer Swiss Life, Axa Winterthur, Basler, Helvetia, Allianz Suisse, Pax und Generali.
Der tatsächliche, selbstverschuldete Rentenklau: Vorletzten Sonntag, ein Kommentar vom Wirtschaftschef des Sonntagsblick, der es kurz und knackig auf den Punkt bringt.
Unter dem Titel „Beliebte BVG-Vollversicherung“ berichtete die NZZ kürzlich darüber, dass die Finma das von den Lebensversicherern angebotene BVG-Geschäft unter die Lupe genommen und für gut befunden hat. Man mag unterschiedlicher Meinung darüber sein, ob Versicherungen am Rentenkapital verdienen dürfen. Tatsache ist, dass das Modell der Lebensversicherer, das sich deutlich vom Modell der autonomen (nicht profitorientierten) Pensionskassen unterscheidet, besonders bei KMU sehr beliebt ist.
Bereits im Frühjahr dieses Jahres haben wir gemahnt, dass trotz der schönen Rendite, die die Schweizer Pensionskassen 2013 durchschnittlich erzielt hatten, weiterhin Vorsicht angebracht ist. Über die saftigen Erträge sollte sollte man sich freuen, schrieben wir damals, aber sie nicht als Grund nehmen, jetzt die Vorsicht und die langfristige Planung fallen zu lassen. Die nächste Wirtschaftskrise kommt bestimmt. Ebenso sei heute einmal daran erinnert, dass man nicht beides haben kann: einen hohen Umwandlungssatz und einen hohen Mindestzins.
Eine aktuelle Umfrage der Credit Suisse kommt zum als sensationell zu bezeichnenden Ergebnis, dass 82 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass angesichts der zunehmenden Lebenserwartung der Umwandlungssatz zu hoch sei. Dies nur etwa vier Jahre nachdem eine Senkung des Umwandlungssatzes nach einer sehr emotional geführten Abstimmungskampagne bachab geschickt worden war. Wàhrend die Mehrheit der Befragten wegen der Demographie höhere Sparbeiträge erwartet, rechnet die Hälfte mit einem Leistungsabbau.
Der Sonntagsblick rechnet heute vor, wie den Beitragszahlern der zweiten Säule (arbeitende Bevölkerung) jedes Jahr ca. 1'000 Franken ihres Alterskapitals weggenommen werden müssen, um die aktuellen Rentner querzufinanzieren. Der Artikel ist wirklich lesenswert, weil er auf einfache Art und Weise erklärt, warum der Umwandlungssatz zu hoch ist und wie das dazu führt, dass es auch in der zweiten Säule eine Umverteilung passiert, was eigentlich nur in der AHV vorgesehen wäre.
Der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP hat heute Nachmittag als Reaktion auf eine Medienmitteilung des Bundesrates zur «Altersvorsorge 2020» reagiert und die folgende Medienmitteilung veröffentlicht: Medienmitteilung vom 25. Juni 2014 ASIP: Diese Reform ist dringend und darf nicht scheitern Der Reformbedarf ist ausgewiesen und eine Diskussion über die Zukunft der Altersvorsorge dringend notwendig.
2. Teil : Die zweite Säule In der 2. Folge unserer kleinen Serie über AHV, BVG und die kommenden Herausforderungen für das System schweizerischer Alters- und beruflicher Vorsorge, geht es diesmal um die zweite Säule des auf drei Säulen ruhenden Konstrukts Schweizer Vorsorge. In letzten Posting stiegen wir mit Hintergrundinformationen über die 1. Säule, die AHV, in diesen Fortsetzungsartikel ein, der übrigens aus einem «wirtschaftspolitischen Beitrag» in der Publikation der UBS, dem «UBS Wirtschaftszirkel» stammt. Sein programmatischer Titel lautete «Vorsorge in der Schweiz: wie weiter?».
Das Gros der Schweizer Pensionskassen hat im Jahr 2013 eine gute Rendite erzielen können. Im Durchschnitt übertraf die erwirtschaftete Anlagerendite die erforderlichen Zinssätze deutlich, was vielen Pensionskassen eine Steigerung des Deckungsgrads ermöglichte und dieser bei der Mehrzahl der Vorsorgeeinrichtungen inzwischen wieder mehr als 100 Prozent erreicht. Doch, wie Martin Eling, Direktor des Instituts für Versicherungswirtschaft an der HSG, in einem Beitrag für das St. Galler Tagblatt zu recht fragt: Ist damit die Krise bei den Pensionskassen abgewendet?

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