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Unter dem Titel "Der Spielball der Senioren" berichtet die Handelszeitung in ihrer Ausgabe vom 27. Oktober 2010 über die möglichen Folgen der steigenden Lebenserwartung bei gleichzeitigem Rückgang der erwerbstätigen Bevölkerung. Schon jetzt sie klar, dass die Schweiz wie alle anderen Industrienationen die künftigen Renten nicht zahlen kann. Doch die Politik schaue weg. Büssen müssten es die Jungen. Der Altersquotient, das Verhältnis der Rentner zu den Erwerbstätigen, werde sich in der Schweiz gemäss Bundesamt für Statistik von 27,5 bis ins Jahr 2060 fast verdoppeln  – auf weit über 50 Prozent. Weil Rentner selbst im Kapitaldeckungsverfahren unserer Pensionskassen vom Einkommen, das die Erwerbstätigen generieren, lebten, so die Handelszeitung, steige unweigerlich die Last für die Jungen. Die künftigen Kosten würden viel zu tief eingeschätzt, die absehbaren Schulden nirgendwo erfasst. Auch die privaten Kassen stellten ihre Situation als zu rosig dar, weil sie mit einem unrealistisch hohen technischen Zinssatz von 4 Prozent rechneten. Zwar seien die Prognosen auf 10 bis 50 Jahre sehr unsicher, aber sie seien trotzdem genauso ernst zu nehmen wie die Modellvorhersagen zum Klimawandel. Im Folgenden geben wir den Artikel in voller Länge wider.
Sowohl die Neue Zürcher Zeitung als auch 20 Minuten greifen heute ein Thema auf, das im benachbarten Ausland an Brisanz zunimmt: die Lebenserwartung steigt und die Vorsorgegelder müssen deshalb immer länger ausreichen. Die NZZ greift "Reformvorschläge der OECD für den Schweizer Arbeitsmark" auf, in denen die OECD warnt " Wie viele andere Länder muss zudem auch die Schweiz Antworten auf die Alterung der Gesellschaft und die Aussicht auf eine Schrumpfung der Erwerbsbevölkerung finden. «Energische» Antworten wie die Erhöhung des Rentenalters werden laut OECD nötig sein." Potenzial zur Steigerung der Beschäftigungsquote ortet die OECD bei den Frauen.
In der NZZ von heute vergleicht Andrea Martel die Finanzierungssituation der Sozialwerke mit einem Schneeballsystem und spricht dementsprechend von einer "Subprime-Gefahr". Gemeint ist die Tatsache, dass die Sozialwerke mehr versprechen, als sie werden halten können, sofern ihre Finanzierung nicht besser geregelt wird. Zitat:
Letzten Woche beschloss der Bundesrat eine Verordnungsänderung, die die Freizügigkeitsstiftungen betrifft. Freizügigkeitsstiftungen dienen der Erhaltung des Vorsorgeschutzes. Wenn eine versicherte Person eine Vorsorgeeinrichtung verlässt (sog. Freizügigkeitsfall) und nicht in eine neue Vorsorgeeinrichtung eintritt, muss die Austrittsleistung gemäss Freizügigkeitsgesetz (FZG) auf eine Freizügigkeitseinrichtung überwiesen werden. Dies trifft in der Regel zu, wenn jemand das Arbeitsverhältnis auflöst und nicht sofort eine neue Stelle antritt.
Die Franzosen sollen nach den Plänen der Regierung statt mit 60 Jahren künftig erst mit 62 in Rente gehen. Begründet wird dies mit Milliardenlöchern in der Sozialkasse und der steigenden Lebenserwartung. Die Gewerkschaften kündigten bereits massive Proteste an. (Mehr zum Thema Rentenerhöhung in Frankreich) Die neue britische Regierung schlägt sogar eine völlige Freigabe des Renteneintrittsalters vor, was aber nicht nur den Arbeitnehmern, sondern auch den Arbeitgebern gar nicht gefällt.

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