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Das anhaltende Niedrigzins-Umfeld am Kapitalmarkt schafft für die Pensionskassen und Versicherer immer schwierigere Bedingungen, um ihre Sollrenditen zu erwirtschaften. Durch die von der Nationalbank (SNB) auferlegte Verpflichtung zur Zahlung von Negativzinsen auf Kontoguthaben wird der Druck weiter erhöht. Dieser Artikel der «Schweiz am Sonntag» erklärt, wie Pensionskassen und Versicherer gezwungen sind, Lösungen gegen den Anlagenotstand zu finden und weshalb es sinnvoll wäre, die Vorsorgeeinrichtungen vom Negativzins zu befreien.
In der Diskussion um die Festlegung des von den Pensionskassen auszuzahlenden Mindestzinssatzes ist langfristiges Denken gefragt. Bereits in einem vergangenen Beitrag haben wir darauf aufmerksam gemacht, dass kurzfristige Reaktionen auf überdurchschnittliche Jahresrenditen der Pensionskassen gefährlich sind. Wichtig ist, dass gute Einzelergebnisse nicht überbewertet werden und der auszuzahlende Betrag in einem gesunden Verhältnis zu den durchschnittlichen Renditen steht, die über mehrere Jahre erwirtschaftet werden.
Es wird langsam eng für die Anlagen der Pensionskassen. Die rund 2000 betrieblichen Pensionskassen und unabhängigen KMU-Sammelkassen müssen Anlageideen entwickeln. Denn es wird immer teurer für die Vorsorgeinstitutionen, Gelder auf Konti zu legen. Die Banken verschärften bereits wieder den Negativzins auf Kontoguthaben. Mehr dazu in der Zeitschrift Finanz und Wirtschaft:
Der folgende Artikel aus der Basler Zeitung befasst sich mit der Frage, wie sich die Zinsen entwickeln werden. Trotz der Überschrift, nach der Ökonomen mit steigenden Zinsen rechnen, kommen andere zu Wort, die von weiterhin niedrigen Zinsen ausgehen.
Am 16. August veröffentlichten  wir eine Antwort von Roger Baumann auf ein NZZ Votum von Brenda Mäder, Präsidentin der Jungfreisinnigen, zur freien Wahl der Pensionskasse. Frau Mäder hat geantwortet, mit einer "Replik auf den öffentlichen Beitrag von Roger Baumann zur freien Wahl der Pensionskasse": (...) Für mich als Versicherte bedeutet dies: lieber der Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach – sprich, mit einer tieferen Renditeerwartung rechnen, als Risiken einzugehen, die stark auf den Versicherten lasten!
Im NZZ Votum von heute plädiert Brenda Mäder, Präsidentin Jungfreisinnige Schweiz und Mitglied der Parteileitung der FDP Schweiz sowie der FDP Thurgau für die freie Pensionskassenwahl. "Wird die Debatte um die 2. Säule tatsächlich angestossen, wäre das BVG auf seine Grundsätze hin zu überprüfen. Die freie Wahl der Pensionskasse wäre ein wichtiger Aspekt. Damit wäre auch der Mindestzinssatz ein Kandidat zur Prüfung.
In einem Interview mit der Basler Zeitung geht SGB-Präsident Paul Rechsteiner auch die Finanzierungssituation der Pensionskassen ein. Dabei legt er dem ASIP Forderungen in den Mund, die dieser gar nicht stellt. Seine Analyse der Situation wirkt stellenweise seltsam realitätsfremd. Beispielsweise : "Es darf nicht sein, dass die Arbeitnehmenden büssen müssen, weil bei der SNB die Hausaufgaben nicht gemacht werden. " Natürlich nicht. Aber wenn die Nationalbank ihre Hausaufgaben nicht machte, dann büssen wir alle...
Diverse Medien berichten heute, dass die Diskussion über den Umwandlungssatz wieder in Gang gekommen ist. Erst am 7. März 2010 gewannen die Gewerkschaften eine Abstimmung gegen die Senkung des Umwandlungssatzes. Heute, angesichts der Börsenturbulenzen, bieten sie doch noch Hand zu einer Senkung. Wieso dieser Meinungsumschwung? Noch vor anderthalb Jahren hiess es, eine Senkung sei gleich Rentenklau.
Nach der Ferienpause scheint die Welt eine andere zu sein, könnte man meinen. Dollar und Euro sind im Sinkflug (der momentan aber gestoppt zu sein scheint), laut Radio DRS sprechen Experten "von einer historischen Zäsur für die Weltwirtschaft", denn: "US-Staatsanleihen genossen bisher weltweit das uneingeschränkte Vertrauen der Investoren. Mit der Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit bröckelt nun diese zentrale Säule des internationalen Finanzsystems".
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