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Die derzeitige finanzpolitische Situation gefährdet die Stabilität der Vorsorgewerke und ist entsprechend ein Problem, das die gesamte Bevölkerung betrifft. Geldpolitik, so der Autor dieses Artikels, betrifft unser Leben in einem Ausmass wie noch selten zuvor. Seine Forderung nach einer breiten gesellschaftlichen Debatte darüber, welche Geldpolitik wir wollen, ist richtig und sollte ernst genommen werden – nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Reform Altersvorsorge 2020.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Bundesamts für Umwelt (Bafu) wies auf den Einfluss von Investitionen auf das Klima hin. Nach der Veröffentlichung der Studie reagierten erste Pensionskassen im Hinblick auf die Zusammenstellung ihrer Portfolios. So prüfte etwa die Publica Schritte in Richtung einer klimaverträglicheren Anlagepolitik. Nach der Analyse möglicher Auswirkungen auf ihre Investitionspolitik, entschied die Pensionskasse des Bundes, sich als erste Schweizer Pensionskasse aus der Kohle zurückzuziehen.

Die Bedingungen, um auf dem Kapitalmarkt Renditen zu erwirtschaften, sind für Pensionskassen derzeit äusserst schwierig. Renditen sind jedoch unabdingbar, nicht zuletzt um die politischen Vorgaben erfüllen zu können. Michael Ferber von der NZZ zeigt im vorliegenden Artikel übersichtlich auf, wie sich die Zusammenstellung der Portefeuilles von Pensionskassen verändert und welches die Anbieter von alternativen Anlagen sind. Das Interesse an ihnen ist in den vergangenen Jahren gestiegen, da sie unter anderem die Möglichkeit zur besseren Diversifizierung und den Zugang zu nicht-öffentlichen Opportunitäten böten.

Unlängst haben die Pensionskasse der Credit Suisse und die BVK Kürzungen von Altersleistungen angekündigt. Dass die Versicherten solchen Entscheiden kritisch gegenüber stehen liegt nahe. Umso wichtiger ist es, nachvollziehbar zu machen, woher diese Entscheide rühmen und dass sie letztlich ein langfristiges Sichern des Rentensystems bedeuten. Die Vorsorgeeinrichtungen stehen zurzeit stark unter Druck. Das Anlageumfeld mit ultraniedrigen Zinsen macht es immer schwieriger, verlässliche Renditen zu erzielen und bedingt daher Anpassungen an die Realität des Marktes.
Der Beitrag der Sendung SRF ECO vom vergangenen Montag zeigt übersichtlich und einleuchtend auf, mit welcher Problematik sich das System der betrieblichen Altersvorsorge gegenwärtig konfrontiert sieht. Aufgrund der demografischen Entwicklung findet heute eine massive Umverteilung zwischen aktiv Versicherten und neu Pensionierten statt und die derzeitige Situation am Kapitalmarkt macht es den Pensionskassen fast unmöglich, Geld zu erwirtschaften, ohne höhere Risiken einzugehen.
In einem NZZ-Interview gibt ASIP-Direktor Hanspeter Konrad zu verstehen, wie stark die Vorsorgeeinrichtungen unter den von der Nationalbank verhängten Negativzinsen leiden. Auch in den kommenden Jahren werde es für die Pensionskassen nicht einfach, genügend Kapital zu erwirtschaften. Um Unterdeckungen zu vermeiden ist es deshalb wichtig, dass sich der festgelegte Mindestzins an einer langjährigen Durchschnittsrendite orientiert und in guten Jahren nicht sofort angehoben wird.
Der von der Schweizer Nationalbank festgelegte Negativzins betrifft uns alle, da er die Pensionskassen mit rund 400 - 450 Mio. Franken pro Jahr belastet. Jede Pensionskasse lagert einen Teil ihres Geldes als liquide Mittel auf der Bank, welche ihrerseits verpflichtet ist, Negativzinsen an die Nationalbank zu zahlen. Die SRF-Rundschau vom 13. Januar ging der Frage nach, ob sich der Negativzins auf Rentengeldern umgehen liesse und sprach mit Heinz Karrer, Präsident von Economiesuisse und Bankrat der Schweizerischen Nationalbank, über die schwierige Situation der Pensionskassen.
Am 18. Januar hat das Bundesamt für Statistik (BfS) die definitiven Ergebnisse der Pensionskassenstatistik 2014 veröffentlicht. Unter anderem zeigte sich, dass im Vergleich zum Vorjahr rund 50% mehr Gelder in die Wertschwankungsreserven geflossen sind. Das gibt den Kassen die Möglichkeit, in Jahren mit schlechteren Anlage-Performances die Unterdeckung gering zu halten. Solche Reserven sind wichtig, um langfristig rentabel zu bleiben, sie sind aber nur möglich, wenn sich der Mindestzinssatz an der durchschnittlichen Rendite über mehrere Jahre orientiert.
Ein wichtiger Hinweis darauf, was die gegenwärtige Tiefzinspolitik der Zentralbanken für Auswirkungen hat. Zwischen 1985 und 2002 konnte man sein Vorsorgekapital dank dem Zinseszinseffekt innerhalb von 18 Jahren verdoppeln. Mittlerweile braucht man dafür 65 Jahre! www.vorsorgeforum.ch; 9. Januar 2016; by pwirth; in: Kapitalanlagen, Versicherte Albert Steck von der Migros Bank untersucht in einem Gastkommentar in der Handels-Zeitung die Konsequenzen der Tief- (oder Null- oder Negativ-) Zinspolitik der Zentralbanken. Was passiert, wenn es keinen Zins mehr gibt?
Pensionskassen investieren vermehrt in Hypothekargeschäfte und sehen darin eine Möglichkeit, bei verhältnismässig geringen Risiken und Verwaltungskosten weiterhin positive Renditen zu erwirtschaften. Dieses wiedererwachte Interesse an der Hypothekengewährung, so Hanspeter Konrad, Direktor des Pensionskassenverbands ASIP, belege, dass die Pensionskassen im Umfeld niedriger Kapitalmarktrenditen alle Ausweichmöglichkeiten prüften. Finanz und Wirtschaft; 12.12.2015; Seite 16; Unternehmen; Thomas Hengartner Pensionskassen haben bereits für 15 Mrd. Fr. Hypothekarkredite gewährt.

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