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Die derzeitige finanzpolitische Situation gefährdet die Stabilität der Vorsorgewerke und ist entsprechend ein Problem, das die gesamte Bevölkerung betrifft. Geldpolitik, so der Autor dieses Artikels, betrifft unser Leben in einem Ausmass wie noch selten zuvor. Seine Forderung nach einer breiten gesellschaftlichen Debatte darüber, welche Geldpolitik wir wollen, ist richtig und sollte ernst genommen werden – nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Reform Altersvorsorge 2020.

Die Bedingungen, um auf dem Kapitalmarkt Renditen zu erwirtschaften, sind für Pensionskassen derzeit äusserst schwierig. Renditen sind jedoch unabdingbar, nicht zuletzt um die politischen Vorgaben erfüllen zu können. Michael Ferber von der NZZ zeigt im vorliegenden Artikel übersichtlich auf, wie sich die Zusammenstellung der Portefeuilles von Pensionskassen verändert und welches die Anbieter von alternativen Anlagen sind. Das Interesse an ihnen ist in den vergangenen Jahren gestiegen, da sie unter anderem die Möglichkeit zur besseren Diversifizierung und den Zugang zu nicht-öffentlichen Opportunitäten böten.

In seinem Kommentar vom Mittwoch zeigte Bundheshausredaktor Markus Brotschi auf, dass einzelne Kompensationsmassnahmen, wie etwa die von den Gewerkschaften vorgeschlagene AHV-Erhöhung, nicht langfristig, beziehungsweise ganzheitlich genug an die Problematik herangehen. Die gegenwärtige Problematik des Schweizer Altersvorsorgesystems gründet nebst der schwierigen Situation auf dem Kapitalmarkt darin, dass das Verhältnis von aktiv Versicherten pro Rentner zukünftig abnehmen wird.
Der Beitrag der Sendung SRF ECO vom vergangenen Montag zeigt übersichtlich und einleuchtend auf, mit welcher Problematik sich das System der betrieblichen Altersvorsorge gegenwärtig konfrontiert sieht. Aufgrund der demografischen Entwicklung findet heute eine massive Umverteilung zwischen aktiv Versicherten und neu Pensionierten statt und die derzeitige Situation am Kapitalmarkt macht es den Pensionskassen fast unmöglich, Geld zu erwirtschaften, ohne höhere Risiken einzugehen.
In einem NZZ-Interview gibt ASIP-Direktor Hanspeter Konrad zu verstehen, wie stark die Vorsorgeeinrichtungen unter den von der Nationalbank verhängten Negativzinsen leiden. Auch in den kommenden Jahren werde es für die Pensionskassen nicht einfach, genügend Kapital zu erwirtschaften. Um Unterdeckungen zu vermeiden ist es deshalb wichtig, dass sich der festgelegte Mindestzins an einer langjährigen Durchschnittsrendite orientiert und in guten Jahren nicht sofort angehoben wird.
Am 18. Januar hat das Bundesamt für Statistik (BfS) die definitiven Ergebnisse der Pensionskassenstatistik 2014 veröffentlicht. Unter anderem zeigte sich, dass im Vergleich zum Vorjahr rund 50% mehr Gelder in die Wertschwankungsreserven geflossen sind. Das gibt den Kassen die Möglichkeit, in Jahren mit schlechteren Anlage-Performances die Unterdeckung gering zu halten. Solche Reserven sind wichtig, um langfristig rentabel zu bleiben, sie sind aber nur möglich, wenn sich der Mindestzinssatz an der durchschnittlichen Rendite über mehrere Jahre orientiert.
Ein wichtiger Hinweis darauf, was die gegenwärtige Tiefzinspolitik der Zentralbanken für Auswirkungen hat. Zwischen 1985 und 2002 konnte man sein Vorsorgekapital dank dem Zinseszinseffekt innerhalb von 18 Jahren verdoppeln. Mittlerweile braucht man dafür 65 Jahre! www.vorsorgeforum.ch; 9. Januar 2016; by pwirth; in: Kapitalanlagen, Versicherte Albert Steck von der Migros Bank untersucht in einem Gastkommentar in der Handels-Zeitung die Konsequenzen der Tief- (oder Null- oder Negativ-) Zinspolitik der Zentralbanken. Was passiert, wenn es keinen Zins mehr gibt?
Pensionskassen investieren vermehrt in Hypothekargeschäfte und sehen darin eine Möglichkeit, bei verhältnismässig geringen Risiken und Verwaltungskosten weiterhin positive Renditen zu erwirtschaften. Dieses wiedererwachte Interesse an der Hypothekengewährung, so Hanspeter Konrad, Direktor des Pensionskassenverbands ASIP, belege, dass die Pensionskassen im Umfeld niedriger Kapitalmarktrenditen alle Ausweichmöglichkeiten prüften. Finanz und Wirtschaft; 12.12.2015; Seite 16; Unternehmen; Thomas Hengartner Pensionskassen haben bereits für 15 Mrd. Fr. Hypothekarkredite gewährt.
Diese beiden Artikel zeigen auf, wieviel Rendite die Versicherer und Pensionskassen erreichen müssen, um den vom Bundesrat festgelegten Mindestzins vollständig finanzieren zu können. Ausserdem wird das Anlageresultat der Pensionskassen im Jahr 2015 besprochen und auf deren finanzielle Perspektiven fürs kommende Jahr hingewiesen. Finanz und Wirtschaft; 04.11.2015 Seite 18 Unternehmen Pensionskassen und Lebensversicherer müssen nächstes Jahr die Pensionsgelder noch zu mindestens 1,25% verzinsen.
Das tiefe Zinsniveau und sinkende Erträge des Alterskapitals in der zweiten Säule zwingen Pensionskassen, nach alternativen, ertragreicheren Anlagemöglichkeiten Ausschau zu halten. So eine Alternative könnte der von der Zürcher Finanzgesellschaft Aravis geplante Schweizer Risikokapitalfonds für Pensionskassen sein. Dessen Ziel besteht darin, mittelfristig etwa 300 - 500 Mio. Fr. in innovative Jungunternehmen zu stecken und eine durchschnittliche Rendite von 8% pro Jahr zu erwirtschaften.

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