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Letzten Freitag überschlugen sich einmal wieder die Nachrichten aus der Welt der schweizerischen Altersvorsorge. Während das Bundesamt für Statistik (BFS) verkündete, den Pensionskassen gehe es wieder besser, gab der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) einen Strategiewechsel in Sachen Rentenpolitik bekannt und der Arbeitgeberverband forderte eine Erhöhung des Rentenalters. Nicht nur auf Twitter gab es eine erhöhte Frequenz. Insgesamt war es interessant zu sehen, dass die BFS-Meldung ein viel grösseres Echo fand als die Forderungen des SGB, an deren Realisierung zahlreiche Zweifel geäussert wurden.
Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) meldete gestern das Ergebnis einer Studie, mit der im Auftrag des BSV die Auswirkungen der Gesetzesrevision vom 01.01.2005 untersucht wurden. Demzufolge sind neu rund 140'000 Arbeitnehmende mit tiefen Einkommen zusätzlich in der beruflichen Vorsorge versichert, insbesondere Frauen mit Teilpensen unter 50%. Im Folgenden die Medienmitteilung im Wortlaut.
Die Pensionierung will geplant sein. Die Seniorenakademie veranstaltet deshalöb ein vierteiliges Seminar über Pensionskassen und Pensionierungsplanung. Es richtet sich gemäss Mitteilung an Personen zwischen 50 und 65 Jahren und findet ab morgen Abend einmal wöchentlich in Chur statt. Dabei werden unter anderem Tipps gezeigt, wie eine Pensionierung geplant und durchgeführt werden soll und welche Klippen es steuertechnisch zu umschiffen gilt. (so) Weitere Informationen: www.senak.ch oder Telefon 081 250 20 50.
Unter dem Titel "Der Spielball der Senioren" berichtet die Handelszeitung in ihrer Ausgabe vom 27. Oktober 2010 über die möglichen Folgen der steigenden Lebenserwartung bei gleichzeitigem Rückgang der erwerbstätigen Bevölkerung. Schon jetzt sie klar, dass die Schweiz wie alle anderen Industrienationen die künftigen Renten nicht zahlen kann. Doch die Politik schaue weg. Büssen müssten es die Jungen. Der Altersquotient, das Verhältnis der Rentner zu den Erwerbstätigen, werde sich in der Schweiz gemäss Bundesamt für Statistik von 27,5 bis ins Jahr 2060 fast verdoppeln  – auf weit über 50 Prozent. Weil Rentner selbst im Kapitaldeckungsverfahren unserer Pensionskassen vom Einkommen, das die Erwerbstätigen generieren, lebten, so die Handelszeitung, steige unweigerlich die Last für die Jungen. Die künftigen Kosten würden viel zu tief eingeschätzt, die absehbaren Schulden nirgendwo erfasst. Auch die privaten Kassen stellten ihre Situation als zu rosig dar, weil sie mit einem unrealistisch hohen technischen Zinssatz von 4 Prozent rechneten. Zwar seien die Prognosen auf 10 bis 50 Jahre sehr unsicher, aber sie seien trotzdem genauso ernst zu nehmen wie die Modellvorhersagen zum Klimawandel. Im Folgenden geben wir den Artikel in voller Länge wider.
Gemäss einer repräsentativen Umfrage, die Axa Winterthur am 20. Oktober veröffentlichte, vertraut eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung ihrem Vorsorgesystem. Die Bevölkerung sei im internationalen Vergleich sehr gut informiert über ihre Situation nach der Pensionierung. 75 Prozent geben an, dass sie sich mit dem Dreisäulensystem ausreichend gesichert fühlen. Dies seien knapp 20 Prozent mehr als es die Befragten in Deutschland, den USA oder in Italien über ihre Vorsorgesysteme aussagen.
SAP hat ein neues Pensionskassenmodell eingeführt, das die Versicherten direkt an der Performance beteiligt. Weil sie dadurch auch an Verlusten beteiligt sind, indem ihre Guthaben in der Pensionskasse sinken, braucht die Kasse weniger Wertschwankungsreserven. Wertschwankungsreserven dienen dazu, die Wertschwankungen und Vermögensverluste aufgrund ständig wechselnder Performance aufzufangen. Beim neuen SAP-Modell können diese Reserven von 12 auf 5 Prozent des Vorsorgekapitals reduziert werden. Das überschüssige Vermögen wird den Versicherten gutgeschrieben.
Finanzen – Ein Einkauf in die Pensionskasse ist umso rentabler, je kürzer die Zeit ist, in der der Betrag in der Pensionskasse bleibt. Einzahlungen in die Pensionskasse darf man vom steuerbaren Einkommen abziehen, das Guthaben ist nicht als Vermögen und die Zinserträge sind nicht als Einkommen zu versteuern. Diese Vorteile machen freiwillige Einzahlungen (sogenannte Einkäufe) trotz der aktuell tiefen Pensionskassenzinsen sehr attraktiv – besonders für Erwerbstätige, die kurz vor der Pensionierung stehen. Die Rendite eines PK-Einkaufs ist nämlich umso höher, je höher das steuerbare Einkommen und damit die Steuerersparnis bei der Einzahlung ist, und je kürzer das Geld in der Pensionskasse bleibt. Ein Beispiel: Ein Arbeitnehmer zahlt 50’000 Franken in seine PK ein. Dadurch reduziert sich seine nächste Steuerrechnung bei einem Grenzsteuersatz von 30 Prozent um 15’000 Franken (siehe Tabelle). Der effektive Kapitaleinsatz beträgt also 35’000 Franken. Die einbezahlten 50’000 Franken wachsen bei einer jährlichen Verzinsung von 2,5 Prozent innert zehn Jahren auf 64’000 Franken. Nach Abzug der Kapitalauszahlungssteuer von angenommenen neun Prozent verbleiben 58’240 Franken. In Bezug auf das effektiv eingesetzte Kapital ergibt das nach zehn Jahren eine Rendite von 5,2 Prozent pro Jahr. Bei einem Bezug nach fünf Jahren beträgt die Rendite 8 Prozent, nach drei Jahren 11,9 Prozent.
Unter dem Titel "Die Suche verlorener Pensionskassen-Schätze" berichtete Radio DRS gestern: In der Schweiz lagern nachrichtenlose Gelder der 2.Säule in Milliardenhöhe. Diese Gelder wurden einst von arbeitenden Personen einbezahlt, gingen bei einem Stellenwechsel jedoch verloren. Wer solche Guthaben vermutet, kann bei der «Zentralstelle 2. Säule» kostenlos eine Anfrage einreichen. Die Suche nach Geldern der beruflichen Vorsorge wird auch von privaten Firmen angeboten. Diese Firmen nehmen den Suchenden gegen eine Gebühr die Schreibarbeit ab.
Serge Lutzgen vom VZ VermögensZentrum erörterte am 23. Oktober 2010 in der Basler Zeitung die Vor- und Nachteile von PK-Einkäufen. Freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse rentieren grundsätzlich. Sie sparen Steuern und erhöhen die Rente. Bei gestaffelten Einzahlungen sei die Steuerersparnis fast immer grösser. Im Folgenden der Artikel im Wortlaut:

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