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Nachdem Grossbritannien letzte Woche die Abschaffung des Rentenalters bekanntgegeben hatte, fragte das Schweizer Fernsehen prominente Vertreter von Politik und Wirtschaft um deren Meinung: Sollen Schweizer so lange arbeiten wie sie wollen? Der Freiburger Wirtschaftswissenschafter Reiner Eichenberger meinte, grundsätzlich sei dieses revolutionäre Modell auch für die Schweiz denkbar. Die individuelle Flexibilisierung des Rentenalters sei sogar die Zukunft. Die Anzahl gesunder Lebensjahre ab 65 nehme laufend zu. «Deshalb sind Zwangspensionierungen wie in der Schweiz volkswirtschaftliche Verschwendung», so Eichenberger. Ältere Menschen hätten dank grosser Erfahrung und einer «gewissen Coolness» auch nach 65 enormes Potenzial auf dem Arbeitsmarkt. Dieses müsse genutzt werden. Damit das in der Schweiz funktioniere, müssen laut Eichenberger einige Anpassungen vorgenommen werden: Vor allem bräuchten die Arbeitgeber rechtliche Mittel, um diejenigen älteren Arbeitnehmer, die nicht mehr gut arbeiten, aber trotzdem nicht freiwillig gehen, in Anstand freizustellen. Die Renten der 2. Säule und AHV könnten bei Weiterarbeit über 65 entweder trotzdem ausbezahlt werden, oder aber aufgeschoben und dafür erhöht werden. Für Paul Rechsteiner, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, kommt laut SF TV eine Adaption des britischen Modells nicht in Frage. «Die Abschaffung des Rentenalters in Grossbritannien ist ein dramatischer Rückschritt, er bedeutet eine neoliberale Radikalisierung.» Grossbritannien versuche, die negativen Folgen der Finanzkrise auf die Bevölkerung abzuwälzen.
Unter dem Titel «Heimatschutz in BVG-Reform?» berichtet die NZZ heute, dass die Kritik an der in der Vernehmlassung befindlichen Reform der beruflichen Vorsorge («BVG-Strukturreform») nicht abreisst. Bei der Analyse der Verordnungen zur Umsetzung der Strukturreform konstatierten Branchenvertreter nun nicht mehr nur starken Regulierungseifer, sondern auch protektionistische Inhalte. Stark in der Kritik steht dabei in der Tat auch die Neuformulierung des Artikels 48 f. Absatz 3 der Verordnung BVV2.
Die NZZ berichtete schon am Freitag, andere Medien ziehen heute nach: Grossbritannien schafft Rentenalter ab Es handelt sich dabei nach Angaben der britischen Rerierung um ein umfassendes Massnahmenpaket gegen die Altersarmut.  Die Bürger können künftig frei entscheiden, wie lange sie arbeiten. Das gesetzliche Rentenalter, das bisher beim Erreichen der Altersgrenze in der Regel automatisch zum Ausscheiden aus dem Betrieb führte, wird per Ende September ersatzlos abgeschafft.
Finanz und Wirtschaft berichtete am Samstag unter dem Titel "Pensionsbranche lehnt sich auf" über den Widerstand der Branche gegen die bundesrätlichen Vorschläge zur BVG-Revision. Pensionsversicherungsexperten, Berater und Revisoren schweizerischer Vorsorgeinstitutionen wandten sich an einer Branchentagung gegen die Regulierungsverschärfung, die vom Bundesamt für Sozialversicherungen in Vernehmlassung gesetzt wurde.
Wie wir heute Mittag schon berichteten, wird die ASIP-Charta in zwei der drei heute veröffentlichten Berichten der Administrativuntersuchung BVK erwähnt. Interessant ist dabei vor allem Punkt 4.2 ("Private Anlagetätigkeit und Annahme von Vermögensvorteilen"). Dort heisst es: Gemäss Reglement zur privaten Anlagetätigkeit vom 16. Juni 2004 (Ziff. 9) ist "Parallel Running" erlaubt, sofern der BVK kein Nachteil entsteht. Gemäss Anlagereglement vom 1. Februar 2010 (Ziff. 5.13) ist "Parallel Running" nicht erlaubt. Die Private Anlagetätigkeit wird in einem eigenen Reglement geregelt.
Die Personalvorsorge des Kantons Zürich, BVK, hat heute die Berichte der Administrativuntersuchung veröffentlicht. In einer ersten Reaktion nimmt der Pensionskassenverband ASIP positiv zur Kenntnis, dass die ASIP-Charta im BDO-Bericht und im Bericht von Prof. Müller erwähnt wird. Sie wurde geschaffen, um Sicherheit und Transparenz in der beruflichen Vorsorge zu fördern und möglichem Missbrauch entgegenzuwirken. DER ASIP fordert im Zusammenhang mit der Vernehmlassung zur BVG-Strukturreform eine nationale Verankerung der ASIP-Charta, wie wir früher schon berichtet haben.
Am 16. Dezember reichte SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer folgende Interpellation ein. Sie wurde Im Plenum noch nicht behandelt. Massnahmenplan im Falle eines Euro-Auseinanderbrechens Eingereichter Text: Obwohl die EU-Regierungen ein Auseinanderbrechen des Euro für unmöglich erklären, muss im Extremfall damit gerechnet werden. 1. Welche Vorsichtsmassnahmen hat der Bundesrat für diesen Fall getroffen? Existiert ein solcher Plan? 2. Welche Folgen sieht er für die Banken, Versicherungen und die Pensionskassen? 3.
Das AHV-Alter sei nicht mehr zeitgemäss, finden die CVP-Senioren und haben kürzlich ein neues Rentenmodell vorgestellt. Die «Neue Zuger Zeitung» wollte wissen: Braucht es ein Pensionsalter? Wenn ja, wo soll es angesetzt werden? Soll es für Männer und Frauen Unterschiede geben? Das kam dabei raus:
Finanz und Wirtschaft rechnete kurz vor Weihnachten vor, dass bei der diesjährigen Erhöhung der AHV/IV-Renten die Rentner oft leer ausgehen. Rentner gehen oft leer aus © Finanz und Wirtschaft; 22.12.2010; Seite 21 Schweiz Nur der Mischindex führt zu einer Erhöhung der Rente Gertrud Boliier Die AHV/IV-Renten werden ab Januar um durchschnittlich 1,75% erhöht; die maximale Vollrente steigt monatlich 40 Fr. auf 2320 Fr. Anzupassen sind auch die Renten der übrigen Sozialversicherungen. Massgebend für die AHV/IV ist das arithmetische Mittel von Lohn- und Konsumentenpreisindex (KPI).
Vorgestern brachte die Finanz und Wirtschaft ein Interview mit ASIP-Direktor Hanspeter  Konrad, das wir unseren Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten möchten. Den Pensionskassen wird die Performance des zurückliegenden Jahres knapp für das Halten des finanziellen Gleichgewichts gereicht haben, wie  Hanspeter Konrad  darlegt. Dennoch müssten sich die Institutionen wegen rigider Vorgaben des Systems der beruflichen Vorsorge in mancher Hinsicht durchhangeln. Denn Sicherheitspuffer, die die kantonalen bzw. regionalen Aufsichtsbehörden vorgeben, sind weiterhin unzureichend.

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