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Die Verwaltungs- und Durchführungskosten der zweiten Säule beliefen sich 2017 auf total 5,2 Milliarden Franken. Bezogen auf das verwaltete Kapital von 886 Milliarden Franken macht dies nur knapp 0.6 Prozent. Selbst wenn die Pensionskassen diese Kosten auf Null reduzieren würden, selbst wenn dort alle Angestellten ehrenamtlich und gratis arbeiten würden, machte es doch nur einen Bruchteil dessen aus, was für die dringend notwendige Reform der zweiten Säule benötigt wird.
Die Sonntagszeitung hat gestern über die Kritik am BVG-Reform-Vorschlag der so genannten Sozialpartner berichtet und dabei auch ASIP-Direktor Hanspeter Konrad zu Wort kommen lassen. Während der Artikel die berechtigten Kritikpunkte am Sozialpartner-Modell korrekt darstellt, stolpert man dennoch über einen Satz, der auch falsch verstanden werden könnte: «Wenn jemand tiefere Renten ausbezahlt bekommt, muss die Pensionskasse auch weniger Kapital zurückstellen.» Man könnte ihn so verstehen, beim Vorschlag des ASIP gäbe es für manche Versicherte weniger Rente.
Der Beobachter hat jüngst über weit verbreitete Irrtümer zur 2. Säule berichtet. Darunter auch dieser: Ein hoher Umwandlungssatz bringt in jedem Fall mehr Rente. Dem ist nicht unbedingt so. Wir haben schon mehrmals darauf hingewiesen, dass ein zu hoher Umwandlungssatz zur Quersubventionierung der Rentner durch die Erwerbstätigen führt. Möglich ist das aber nur, indem ein wesentlicher Teil der auf dem Alterskapital erwirtschafteten Rendite den Rentnern zugeschrieben wird, anstatt den eigentlichen Eigentümern, nämlich den Erwerbstätigen.
Ein weit verbreiterer Irrtum besagt, dass Frauen weniger Rente aus der zweiten Säule als Männer erhalten. In absoluten Zahlen ist das zwar korrekt. Denn Frauen unterbrechen familienbedingt ihre Berufstätigkeit öfter und arbeiten häufiger Teilzeit als Männer. Weil Frauen aber im Schnitt drei Jahre länger leben als Männer und zudem früher in Rente gehen dürfen, beziehen sie pro gespartem Franken über die Dauer der Rente aber entsprechend mehr Rente.
17 Jan 20
mit-uns-fuer-un...
Die Schweiz ist mit Sicherheit eines der wohlhabendsten Länder der Welt, unsere Altersvorsorge trotzdem nicht einmal unter den zehn besten. Das geht aus dem Melbourne Mercer Global Pension Index, der 37 Rentensysteme auf über 40 Kriterien prüft. "Mit 81 von 100 Punkten belegen die Niederlande den ersten Platz, gefolgt von Dänemark (80,3) und Australien (75,3). Die Schweiz ist in den letzten Jahren stets weiter abgerutscht und schafft es nur noch auf Rang 12 (66,7 Punkte) – hinter Ländern wie Finnland, Kanada und Chile. 2010 lag die Schweiz noch auf Platz 2", wie der Beobachter schreibt.
Wie das Schweizer Fernsehen berichtet, sind nun auch die grossen Jungparteien gegen den Vorschlag von Bundesrat und Sozialpartnern zur Reform der beruflichen Vorsorge. Am meisten stören sie sich, wie auch der ASIP an der systemfremden Umverteilung nach dem Giesskannenprinzip, für die wiederum am meisten die Jungen zur Kasse gebeten würden, zugunsten zu vieler Versicherten, die den Zustupf gar nicht nötig haben. "Die bürgerlichen Jungparteien kritisieren den Reformvorschlag mit vereinten Kräften, obschon sie sich beim Thema Renten erst noch in den Haaren lagen.
Dass es dringend eine Reform der wichtigsten Parameter der 2. Säule braucht – und insbesondere eine Senkung des BVG-Mindest-Umwandlungssatzes – ist mittlerweile unbestritten, anders als noch vor ein paar Jahren. Dennoch gibt es weiterhin Uneinigkeit über den richtigen Weg.
Wie der Tagesanzeiger berichtet, verliert der Sozialpartner-Kompromiss für eine Reform der zweiten Säule Rückhalt. CVP-Präsident Gerhard Pfister beurteile die Chancen des Vorschlags als «nicht sehr gross». Der Gewerbeverband hatte sich von Anfang an dagegen gestellt, inzwischen seien weitere kritische Stimmen laut geworden. CVP-Präsident Pfister scheine den Kompromiss bereits abgeschrieben zu haben: «Es liegt nun am Parlament – an der CVP – eine mehrheitsfähige Lösung zu finden», sagte er vor Medienschaffenden.
6 Jan 20
mit-uns-fuer-un...
Unter dem Titel "Mit 66 fängt der Rentenknorz erst richtig an" hat die Luzerner Zeitung am 31. Dezember berichtet, "Schweizer Drei-Säulen-Modell gilt weltweit als vorbildlich. Doch mit den Reformen ist das Land spät dran." Vieles an dem Artikel ist richtig, insbesondere wie dringend und wichtig die anstehenden Reformen der Aletrsvorsorge sind und dass diese nicht schon wieder scheitern dürfen.
Kapital für das Alter aufbauen – das macht die Säule 3a möglich. Aber nicht jeder darf gleich viel einzahlen: Je nach Berufssituation variieren die Summen stark. Finanzcoach Bruno Amgwerd erklärt, woran sich die Beiträge orientieren. Das Wichtigste in Kürze: Die dritte Säule macht für Personen Sinn mit Steuer- und Wohndomizil in der Schweiz. Angestellte können pro Jahr maximal 6.826 Franken einzahlen. In diesem Fall spricht man von der "kleinen 3a". Personen ohne Pensionskassenanschluss können im Jahr maximal 20 Prozent von ihrem AHV-Lohn oder 34'128 Franken einzahlen.

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