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In einem NZZ-Interview gibt ASIP-Direktor Hanspeter Konrad zu verstehen, wie stark die Vorsorgeeinrichtungen unter den von der Nationalbank verhängten Negativzinsen leiden. Auch in den kommenden Jahren werde es für die Pensionskassen nicht einfach, genügend Kapital zu erwirtschaften. Um Unterdeckungen zu vermeiden ist es deshalb wichtig, dass sich der festgelegte Mindestzins an einer langjährigen Durchschnittsrendite orientiert und in guten Jahren nicht sofort angehoben wird.
Gegenwärtig findet in der zweiten Säule eine starke Umverteilung von Jung zu Alt statt, die so nicht vorgesehen war. Gemäss dem Pensionskassen-Experten Olivier Deprez kostet ein 65-jähriger Mann, der dieses Jahr mit einem Umwandlungssatz von 6,8% pensioniert wird und die maximale BVG-Rente erhält, die Beitragszahler seiner Kasse 125 000 Fr. Er hat nämlich nur 320 000 Fr. einbezahlt, erhält im Verlauf seines restlichen Lebens aber voraussichtlich 445 000 Fr. in Form von Renten zurück.
Vor zwei Tagen schrieb der Tagesanzeiger über eine neulich veröffentlichte Studie des UBS Vorsorge Forums. Die Reformvorschläge von Bundes- und Ständerat wurden verglichen und man schloss, dass das Reformpaket «Altersvorsorge 2020» die Renten nur für wenige Jahre sichern werde. Diese Information ist nicht neu, denn das Paket hat lediglich den Anspruch, diese bis ins Jahr 2030 zu sichern. Sie macht aber deutlich, dass gerade für jüngere und zukünftige Generationen die Ablehnung des Reformpakets das grösste Risiko darstellt. Eine Reform ist dringend und darf nicht scheitern.
Der von der Schweizer Nationalbank festgelegte Negativzins betrifft uns alle, da er die Pensionskassen mit rund 400 - 450 Mio. Franken pro Jahr belastet. Jede Pensionskasse lagert einen Teil ihres Geldes als liquide Mittel auf der Bank, welche ihrerseits verpflichtet ist, Negativzinsen an die Nationalbank zu zahlen. Die SRF-Rundschau vom 13. Januar ging der Frage nach, ob sich der Negativzins auf Rentengeldern umgehen liesse und sprach mit Heinz Karrer, Präsident von Economiesuisse und Bankrat der Schweizerischen Nationalbank, über die schwierige Situation der Pensionskassen.
Am 18. Januar hat das Bundesamt für Statistik (BfS) die definitiven Ergebnisse der Pensionskassenstatistik 2014 veröffentlicht. Unter anderem zeigte sich, dass im Vergleich zum Vorjahr rund 50% mehr Gelder in die Wertschwankungsreserven geflossen sind. Das gibt den Kassen die Möglichkeit, in Jahren mit schlechteren Anlage-Performances die Unterdeckung gering zu halten. Solche Reserven sind wichtig, um langfristig rentabel zu bleiben, sie sind aber nur möglich, wenn sich der Mindestzinssatz an der durchschnittlichen Rendite über mehrere Jahre orientiert.
An einer Podiumsdiskussion am WEF wurden die Folgen der gestiegenen Lebenserwartung im Hinblick auf das Berufsleben diskutiert. Im Fokus stand dabei eine Studie zum «100 Jahre langen Leben» mit einleuchtenden Thesen. Dass die Renten- und Pensionssysteme heute in den meisten Ländern «unter Wasser» ständen oder, dass das «Drei-Phasen-Leben», bestehend aus Ausbildung, Arbeitsleben und Rente, nicht mehr in Stein gemeisselt sei, sind zwei zentrale Aussagen der Studie.
In einer Studie des Bundesamts für Umwelt wird Pensionskassen empfohlen, den Umstieg auf klimafreundliche Anlagen zu prüfen. Zukünftig anfallende CO2-Abgaben könnten einen negativen Einfluss auf die Pensionskassenrenten haben. Titel von Erdöl- und Erdgasfirmen müssten also verkauft werden, um anschliessend neue Investitionen in nachhaltige Anlagen zu tätigen. Solche Entscheidungen sind für die Pensionskassen nicht einfach.
Ein wichtiger Hinweis darauf, was die gegenwärtige Tiefzinspolitik der Zentralbanken für Auswirkungen hat. Zwischen 1985 und 2002 konnte man sein Vorsorgekapital dank dem Zinseszinseffekt innerhalb von 18 Jahren verdoppeln. Mittlerweile braucht man dafür 65 Jahre! www.vorsorgeforum.ch; 9. Januar 2016; by pwirth; in: Kapitalanlagen, Versicherte Albert Steck von der Migros Bank untersucht in einem Gastkommentar in der Handels-Zeitung die Konsequenzen der Tief- (oder Null- oder Negativ-) Zinspolitik der Zentralbanken. Was passiert, wenn es keinen Zins mehr gibt?
In einer kürzlich publizierten Studie hat die Hochschule Luzern den wahrgenommenen Stellenwert der beruflichen Vorsorge in Schweizer Unternehmen untersucht. Analysiert wurden unter anderem das Vertrauen in die Vorsorgeeinrichtung, die Einstufung der Transparenz der Institutionen, Zufriedenheit mit der gewählten Vorsorgelösung und die Frage nach der Wichtigkeit der freien Wahl bezüglich Vorsorgelösung und -anbieter.
Der Avenir-Suisse-Vorsorgespezialist Jérôme Cosandey erklärt klar nachvollziehbar, weshalb sich Eingrenzungen des Kapitalbezugs in der zweiten Säule nicht eignen, um die steigenden Ausgaben für Ergänzungsleistungen zu bremsen. Lediglich ein Drittel der Kostenzunahme kann theoretisch mit Kapital-Vorbezug zusammenhängen, bisher wurde jedoch noch keine Korrelation zwischen Kapital-Vorbezug und gestiegenem Anspruch auf Ergänzungsleistungen bewiesen.

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