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Das Thema der Altersvorsorge gewinnt in den Medien zunehmend an Beachtung. Die Diskussionen werden lauter und Forderungen an die Politik konkreter. So schreibt heute etwa die NZZ zum Thema Umwandlungssatz, die Politik würde der Wirklichkeit meilenweit hinterher trotten. Solche Aussagen belegen, dass die Dringlichkeit der Problematik von immer mehr Leuten erkannt wird und eine Anpassung der Umwandlungssätze als notwendig und sinnvoll erachtet wird.

Gestern hat die Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge OAK BV ihren Jahresbericht vor den Medien präsentiert. Die SRF-Tagesschau berichtete dazu. In der Medienmitteilung schreiben sie unter anderem: «Die Risiken, welchen Schweizer Vorsorgeeinrichtungen ausgesetzt sind, haben im 2015 aufgrund des schwierigen Finanzmarktumfelds und der weiter steigenden Lebenserwartung zugenommen. Die durchschnittliche Netto-Vermögensrendite betrug nur noch 0.8% (gegenüber 6.4% im Vorjahr).

Zu Monatsbeginn veröffentlichte die «SonntagsZeitung» einen Artikel, der unverblümt auf die Problematik der Querfinanzierung in der Zweiten Säule aufmerksam machte. Immer weniger Aktive müssen Geld für immer mehr Renter aufbringen. Diese Entwicklung ist demografisch bedingt und hängt mit der an sich erfreulichen Tatsache zusammen, dass die Lebenserwartung in den vergangen Jahren stetig zugenommen hat. In der wichtigen Diskussion um diese Problematik geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern vielmehr darum, realistisch, nüchtern und nachhaltig orientiert nach Lösungen zu suchen.

Das anschliessend in verschiedenen Zeitungen verwendete Schlagwort des «Rentenklau» drückt zwar aus, dass die Nachteile für die berufstätigen Personen unfair sind, kann aber auch als Vorwurf an die Rentner missverstanden werden. Solche Botschaften sollten vermieden werden, da wir das Rentensystem nur gemeinsam sichern können.

Eine Hypothekenaufnahme für den Eigenheimkauf bedingt fundierte Abklärungen der gegenwärtigen und zukünftigen finanziellen Verhältnisse. Dabei spielen die Mittel, die aus der Pensionskasse oder der gebundenen 3. Säule eingesetzt werden können, eine wesentliche Rolle. Dieser Ratgeberartikel umreisst die wichtigsten Punkte, die es bei der Finanzplanung zu beachten gilt.

Die Bedingungen, um auf dem Kapitalmarkt Renditen zu erwirtschaften, sind für Pensionskassen derzeit äusserst schwierig. Renditen sind jedoch unabdingbar, nicht zuletzt um die politischen Vorgaben erfüllen zu können. Michael Ferber von der NZZ zeigt im vorliegenden Artikel übersichtlich auf, wie sich die Zusammenstellung der Portefeuilles von Pensionskassen verändert und welches die Anbieter von alternativen Anlagen sind. Das Interesse an ihnen ist in den vergangenen Jahren gestiegen, da sie unter anderem die Möglichkeit zur besseren Diversifizierung und den Zugang zu nicht-öffentlichen Opportunitäten böten.

Wie Hansueli Schöchli von der NZZ richtig schreibt, ist für ein faires Leistungsniveau der Pensionskassen-Renten nicht die Jahresrente entscheidend, sondern die Jahresrente, multipliziert mit der Zahl (zu erwartender) Rentenjahre. Entsprechend der gestiegenen Lebenserwartung ist es daher nicht unfair, sondern folgerichtig, den Umwandlungssatz in der zweiten Säule zu senken. Nur so kann das angesparte Alterskapital auf die zu erwartenden Rentenjahre verteilt werden, ohne dass Verluste zulasten der kommenden Generationen entstehen.
In seinem Kommentar vom Mittwoch zeigte Bundheshausredaktor Markus Brotschi auf, dass einzelne Kompensationsmassnahmen, wie etwa die von den Gewerkschaften vorgeschlagene AHV-Erhöhung, nicht langfristig, beziehungsweise ganzheitlich genug an die Problematik herangehen. Die gegenwärtige Problematik des Schweizer Altersvorsorgesystems gründet nebst der schwierigen Situation auf dem Kapitalmarkt darin, dass das Verhältnis von aktiv Versicherten pro Rentner zukünftig abnehmen wird.
In einem Gespräch mit der Zeitung «der Bund» hat Innenminister Alain Berset auf die Dringlichkeit einer mehrheitsfähigen Reform des Schweizer Altersvorsorgesystems aufmerksam gemacht. Er betonte dabei die Kompromissbereitschaft aller beteiligten Akteure und wies in diesem Zusammenhang etwa auf die Angleichung des Rentenalters von Männern und Frauen hin. Ausserdem sprach er über die Probleme der zweiten Säule, wo zurzeit eine massive Umverteilung der Gelder zwischen aktiver Generation und Rentnern stattfindet.

Medienmitteilung des Schweizerischen Pensionskassenverbands ASIP vom 12. April 2016

Mit realitätsfernem Wunschdenken lassen sich die Renten nicht erhöhen.
Zürich. Der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP kritisiert die heutige Kommunikation des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes zum so genannten Rentenabbau.

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