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Die Diskussion um die eigene Rente ist zuweilen eine hitzige: Aufgrund der steigenden Lebenserwartung sowie der aktuellen Tiefzinslage haben Pensionskassen Schwierigkeiten, die gesetzlich vorgeschriebenen Renditen zu erwirtschaften. Auch die AHV steht vor Herausforderungen, denn die demografische Entwicklung trifft sie in ähnlichem Masse, wenngleich sie primär dank der grossen Zuwanderung noch nicht in die roten Zahlen gerutscht ist. Solche negativen Nachrichten führen oft zu einer emotionalen Diskussion, welche nicht immer zielführend ist. Fakt ist, dass die Altersvorsorge einer Reform bedarf – die Diskussion bis dahin wünschen wir uns sachlicher, so wie in untenstehendem Artikel des Tages-Anzeiger zu lesen ist.

Die AHV ist für einen Drittel der Schweizer Bevölkerung die wichtigste Finanzquelle im Alter und für die gesamte Bevölkerung ein wesentlicher Bestandteil der Altersvorsorge. Dieser Artikel unterstreicht, wie wichtig es ist, sich frühzeitig und vertieft mit der eigenen AHV zu befassen, gibt es doch diverse Punkte, wo man Einfluss auf die dereinst zu beziehende AHV-Rente üben kann.

Der Kommentar von Werner Enz zeigt verständlich auf, dass die gegenwärtige Problematik der Altersvorsorge systemisch bedingt ist. Die Lebenserwartung ist gestiegen und nimmt weiter zu und der Kapitalmarkt gleicht einer Einöde. Rechnerisch betrachtet (und das ist die wichtigste Perspektive auf die Problematik) bleibt also gleich viel oder weniger Geld, das auf zunehmends mehr Jahre verteilt werden muss. Entsprechend gibt es nur zwei Stellschrauben, an denen das erkrankte System justiert werden kann: Das Rentenalter und der Umwandlungssatz. […] Das Beispiel mit den Lebensversicherern zeigt, dass diese eben richtig rechnen, weil sie bei Fehleinschätzungen viel schneller die Folgen spüren, als etwa die Gewerkschaften. […]».

Wie Hansueli Schöchli von der NZZ richtig schreibt, ist für ein faires Leistungsniveau der Pensionskassen-Renten nicht die Jahresrente entscheidend, sondern die Jahresrente, multipliziert mit der Zahl (zu erwartender) Rentenjahre. Entsprechend der gestiegenen Lebenserwartung ist es daher nicht unfair, sondern folgerichtig, den Umwandlungssatz in der zweiten Säule zu senken. Nur so kann das angesparte Alterskapital auf die zu erwartenden Rentenjahre verteilt werden, ohne dass Verluste zulasten der kommenden Generationen entstehen.
In seinem Kommentar vom Mittwoch zeigte Bundheshausredaktor Markus Brotschi auf, dass einzelne Kompensationsmassnahmen, wie etwa die von den Gewerkschaften vorgeschlagene AHV-Erhöhung, nicht langfristig, beziehungsweise ganzheitlich genug an die Problematik herangehen. Die gegenwärtige Problematik des Schweizer Altersvorsorgesystems gründet nebst der schwierigen Situation auf dem Kapitalmarkt darin, dass das Verhältnis von aktiv Versicherten pro Rentner zukünftig abnehmen wird.
30 Sep 15
mit-uns-fuer-un...
Der Mensch ist nicht dazu geboren, freiwillig auf eine Lohnerhöhung zu verzichten. Eine Klarstellung zum Thema Koordinationsabzug in der zweiten Säule. Was passiert, wenn der Koordinationsabzug gesenkt wird? Manche glauben, sie hätten dann einfach weniger auf dem Konto. Das stimmt zwar zunächst, aber die Rechnung kommt am Ende gut raus, wegen der gleichzeitig vorzunehmenden Anhebung der Arbeitgeberbeiträge, erklärt der Autor der Berner Zeitung:
Eine Frage im Ratgeber der Neuen Luzerner Zeitung, welche eine Auswanderung betrifft, die vor dem Eintritt ins reguläre Rentenalter stattfinden soll. Was muss der Emigrant bei AHV und Pensionskasse sowie der Krankenkasse beachten?
Der Tages-Anzeiger hat am Montag eine sehr gute Zusammenfassung kompliziert, worum es bei der Form der Altersvorsorge unter dem Namen „Altersvorsorge 2020“ geht. Diese wollen wir unseren Leserinnen und Leser nicht vorenthalten. Sie zeigt, dass alle politischen Akteure Kompromisse eingehen müssen, damit es überhaupt eine Reform geben kann. Weil diese aber unbedingt notwendig und dringend ist, fordert der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP von allen Akteuren, über ihren Schatten zu springen, auf Maximalforderungen zu verzichten und konstruktiv an Lösungen bzw. Kompromissen zu arbeiten. Lesen Sie selbst:

Die Medienmitteilung des ASIP vom 16. September 2015: 

Die finanzielle Sicherung der Altersvorsorge ist dringend notwendig. Um die AHV und die berufliche Vorsorge für die nächsten 15 Jahre zu sichern, müssen verschiedene Massnahmen in einer Gesamtbetrachtung und koordiniert diskutiert werden. Aufgrund der sich stellenden ökonomischen und demografischen Herausforderungen darf diese Reform auf keinen Fall scheitern. Der Schweizerische Pensionskassenverband ASIP begrüsst es daher, dass der Ständerat das Reformpaket „Altersvorsorge 2020“ grossmehrheitlich gutgeheissen hat. “Je länger wir zuwarten, umso rascher, und damit schmerzvoller müssten die dann beschlossenen Massnahmen umgesetzt werden“, so ASIP-Direktor Hanspeter Konrad. Er vergleicht dies mit einer Kurvenfahrt – je später man zu lenken beginnt, desto heftiger das Lenkmanöver. 

3 Sep 15
mit-uns-fuer-un...
Das bewährte Schweizer Vorsorgesystem könnte instabil werden. Die Demographie und extrem tiefe Zinsen - bis hin zu negativen - bringen Druck. Wer fürs Alter sicher gehen will und den existierenden Lebensstandard beibehalten will, sollte extra Guthaben anlegen, zeigt die NZZ am Sonntag auf. Der Beitrag erläutert, an was die Altersvorsorge von Schweizerinnen und Schweizern krankt und wie man sich persönlich vorbereitet. Klassisch heisst das: Sparen, sparen, sparen ...

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