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Die Empörung über den Plan des Bundesrats, den Kapitalbezug aus der zweiten Säule zu verbieten, ist gross. Das ist verständlich, denn jeder vierte, der sich Wohneigentum kaufen möchte, ist auf diesen Zustupf angewiesen, und ein Verbot stellt einen zusätzlichen Eingriff in die persönliche Freiheit dar und wird der Bauwirtschaft massiv schaden. Aber ist der Eingriff wenigstens begründet? Die NZZ am Sonntag meint Nein.
Eine weitere Medienmitteilung des ASIP: ASIP gegen voreilige Schlüsse bei der Reform der Ergänzungsleistungen Der Bundesrat hat heute erste Richtungsentscheide für eine EL-Reform gefällt. Unter anderem soll der Kapitalbezug aus der obligatorischen beruflichen Vorsorge ausgeschlossen werden. Der ASIP hält fest, dass bezüglich der Kapitalbezüger, die nachträglich EL beziehen, bis heute verlässliche Zahlen fehlen und dass diese zuerst umfassend erhoben werden müssen, bevor man über solche Massnahmen nachdenken sollte.
Über viel entgangenes Geld für die Pensionskassen aufgrund nicht weitergeleiteter Vertriebsvergütungen für Anlageprodukte berichten «Tages-Anzeiger» beziehungsweise die «Neue Luzerner Zeitung».  
Der Tages-Anzeiger hat heute über einen neuen Pensionskassen-Skandal berichtet. Zwei Stiftungsräte einer Zürcher Sammelstiftung sollen Altersguthaben in Millionenhöhe veruntreut haben. Betroffen sind über 4000 Versicherte aus 80 Firmen. Seit März sitzen die beiden in Untersuchungshaft. Hier geht es zum Artikel. Der Pensionskassenverband ASIP wurde durch die Medien um Stellungnahmen gebeten. Anbei eine Zusammenfassung der wichtigsten Antworten: Es ist bedauerlich, wenn so etwas passiert.
Die heutige Basellandschaftliche Zeitung berichtet von einem besonderen Fall von Abzockerei: Mit einer gefälschten Unterschrift kassierte ein Familienmitglied vier Jahre lang die Pension eines Verstorbenen... Nun verlangt die Pensionskasse bei Rentenbeziehenden mit Wohnsitz ausserhalb von Basel-Stadt amtlich beglaubigte Nachweise. Die briefliche Aufforderung, solche einzureichen, hat bei Betroffenen aber teilweise erboste Proteste ausgelöst.
Die SonntagsZeitung berichtete am 11.03.2012, Pensionskassen seien nicht verpflichtet, die Herkunft von Geldern zu prüfen, weshalb es problemlos möglich sei, Schwarzgeld oder Gelder, die aus einem Verbrechen herrühren, in die 2. Säule einzuzahlen. Als Schlupfloch diene der Pensionskasseneinkauf. Mit dem Hinweis, dass laut Bundesamt für Statistik allein 2010 über 4 Milliarden Franken als sogenannte Einmaleinlagen einbezahlt  wurden, wird der Anschein erweckt, es würden Riesensummen an Schwarzgeldern in die 2. Säule verschoben.
Nachdem die Pensionskasse von Siemens Schweiz vor Bundesgericht die Rückgabe von 3,6 Millionen Franken erstritten hat, die in Form von verdeckten Entschädigungen (Retrozessionen) an ihren Vermögensverwalter geflossen waren, fordert die SKS nun alle Arbeitnehmer auf, sich zu erkundigen, ob ihrer Pensionskasse ebenfalls Gelder zustehen und hat dazu ein Informationsblatt aufgeschaltet.
Im Oktober veröffentlichte der ASIP eine neue Charta und Fachrichtlinie und am 9. November die dazu gehörigen Umsetzungshilfen. Diese sollen dem jeweils obersten Organ der Pensionskasse (PK) helfen, seine Führungsaufgabe im Bereich der Loyalität und Integrität wahrzunehmen. Sie zeigen aufgrund der revidierten BVG- und BVV 2- Bestimmungen sowie der überarbeiteten Charta und Fachrichtlinie auf, wo Handlungsbedarf besteht. Unter www.asip.ch kann jeweils der aktuelle Stand der Umsetzungshilfen abgerufen werden.
Heute veröffentlichte der ASIP seine Fachmitteilung Nr. 88 zur Umsetzung der Strukturreform, Abgabe von Vermögensvorteilen und Rückforderung von Retrozessionen: Im Zusammenhang mit der Umsetzung der Strukturreform in der beruflichen Vorsorge hat der Bundesrat Bestimmungen über die Zulässigkeit und Offenlegung von Vermögensvorteilen, welche Personen im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit für die Pensionskasse (PK) erzielen, erlassen. Gemäss Art. 48k BVV 2 müssen u.a. die Art und Weise der Entschädigung und deren Höhe für Personen/Institutionen, die mit der Vermögensverwaltung beauftragt sind, in einer schriftlichen Vereinbarung festgehalten werden; die Entschädigung muss eindeutig bestimmbar sein. Zudem ist der Beauftragte verpflichtet, sämtliche Vermögensvorteile, die er darüber hinaus im Zusammenhang mit der Ausübung der Tätigkeit für die PK erhält, derselben abzuliefern.

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