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Bereits im letzten Dezember, gut drei Monate nach der Ablehnung der «Altersvorsorge 2020», hat Sozialminister Alain Berset über die nächste Reform der Altersvorsorge gesprochen. Nun ist klar: Die berufliche Vorsorge und die AHV sollen separat reformiert werden. Lesen Sie nachfolgend, weshalb trotzdem eine Verbindung zwischen den zwei Paketen bestehen wird und wie der Umwandlungssatz mit der Teuerung zusammenhängt.

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende entgegen – Zeit also, einen ersten Blick ins neue Jahr zu werfen. Die aktuelle Fachmitteilung des Schweizerischen Pensionskassenverband ASIP gibt einen Überblick über die Eckwerte der beruflichen Vorsorge, die ab dem 1. Januar 2017 gelten. Im Vergleich zu 2016 verändern sich zwei Werte: Die Zuschüsse bei ungünstiger Altersstruktur des Sicherheitsfonds steigen von 0.08% auf 0.1% Der BVG-Mindestzinssatz beträgt 1% (bisher 1.25%) Die vollständige Fachmitteilung finden Sie unten.

Der Kommentar von Werner Enz zeigt verständlich auf, dass die gegenwärtige Problematik der Altersvorsorge systemisch bedingt ist. Die Lebenserwartung ist gestiegen und nimmt weiter zu und der Kapitalmarkt gleicht einer Einöde. Rechnerisch betrachtet (und das ist die wichtigste Perspektive auf die Problematik) bleibt also gleich viel oder weniger Geld, das auf zunehmends mehr Jahre verteilt werden muss. Entsprechend gibt es nur zwei Stellschrauben, an denen das erkrankte System justiert werden kann: Das Rentenalter und der Umwandlungssatz. […] Das Beispiel mit den Lebensversicherern zeigt, dass diese eben richtig rechnen, weil sie bei Fehleinschätzungen viel schneller die Folgen spüren, als etwa die Gewerkschaften. […]».

Gestern hat die Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge OAK BV ihren Jahresbericht vor den Medien präsentiert. Die SRF-Tagesschau berichtete dazu. In der Medienmitteilung schreiben sie unter anderem: «Die Risiken, welchen Schweizer Vorsorgeeinrichtungen ausgesetzt sind, haben im 2015 aufgrund des schwierigen Finanzmarktumfelds und der weiter steigenden Lebenserwartung zugenommen. Die durchschnittliche Netto-Vermögensrendite betrug nur noch 0.8% (gegenüber 6.4% im Vorjahr).
Die Frage danach, wieviel Rente man bei seiner Pensionierung erhält, beschäftigt die meisten Menschen früher oder später. Deshalb publizierte der TagesAnzeiger im Februar den Artikel «Pensionskasse: So berechnen Sie Ihre Rente». Darin wird auf den Umwandlungssatz aufmerksam gemacht, da dieser entscheidend ist für die Höhe der ausbezahlten Rente.
In einem «10vor10»-Interview vom vergangenen Freitag beantwortete Hanspeter Konrad Fragen dazu, wie die Pensionskassen reagieren sollen, wenn die Renditen schlecht sind und die Lebenserwartung stetig ansteigt. Er betonte, dass die Kassen als Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter stets eine Stabilisierung anstreben, um letztlich den längerfristigen Interessen der Versicherten gerecht zu werden. Jede Pensionskasse habe nach individuellem Stand zu prüfen, wie sie sich auf ein stabiles Fundament stellen kann.

Medienmitteilung 25. November 2015

Der ASIP begrüsst die Absicht des Bundesrates, den Finanzhaushalt der Ergänzungsleistungen (EL) in den Griff zu bekommen. Ergänzend zu grundsätzlichen Anpassungen im Recht der EL, schlägt der Bundesrat aber unter anderem auch vor, die Kapitalbezüge – mit Ausnahme des Bezuges für den Erwerb von Wohneigentum – im BVG zu untersagen. Der ASIP wird die Unterlagen im Detail prüfen, die Vor- und Nachteile der Vorschläge abwägen sowie die Auswirkungen umfassend analysieren.

Der Schweizerische Pensionskassenverband (Asip) begrüsst aufgrund des Niedrigszinsumfeld und der Renditeentwicklung die heute bekanntgebene Entscheidung des Bundesrats, den BVG-Mindestzinssatz für das Jahr 2016 auf 1.25% zu senken. In diesem Zusammenhang sei wieder einmal daran erinnert, dass man nicht beides haben kann: einen hohen Umwandlungssatz und einen hohen Mindestzins. Da heute jede/r neue Rentenbezügerin/Rentenbezüger, gemessen an ihrer/seiner Lebenserwartung, im Durchschnitt 40’000 Franken zu wenig angespart hat, muss dieses Geld ja irgendwo herkommen.

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