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In den letzten Tagen berichteten mehrere Medien über eine Stellungnahme der Beratungsfirma BalmerEtienne, die zum Schluss kommt, dass „bei der Vergabe von Mandaten zur Finanzberatung bei den Pensionskassen einiges im Argen“ liegt, und dass das System der Pensionskassen in der Schweiz anfällig ist für Missbrauch und Korruption. Krumme Geschäfte seien jedoch die Ausnahme und lediglich Einzelfälle. Im Grossen und Ganzen werde korrekt gearbeitet und die Kontrolle innerhalb der Pensionskassen funktioniere im Schnitt gut. Neben den Missständen, die laut BalmerEtienne die Ausnahme sind, gebe es aber auch eine Regulierungswut vonseiten der Behörden, die immer dann zuschlagen, wenn ein Skandal auffliegt. Das führe teilweise dazu, dass Regelungen bei der Umsetzung schon wieder veraltet seien. Auch dies steigere die Kosten.
Die aktuelle HandelsZeitung (Ausgabe vom 17.11.2010) schreibt über die neuen Fondsprodukte für die Säule 3a, diese könnten ihr Versprechen oft nicht halten. Die zusätzlichen Renditen würden durch Gebühren aufgefressen. Mit den meisten 3a-Fonds habe sich in den letzten zehn Jahren bestenfalls knapp die Teuerung ausgleichen lassen. Wer für die Säule 3a auf Fondsprodukte setzt, sollte bei der Höhe der Verwaltungskosten genau hinschauen.
Der Tages-Anzeiger beleuchtete am 15.11.2010 auf Seite 46 die Frage, ob man nun noch Einzahlungen in die gebundene, steuerbegünstigte Vorsorge, die Säule 3a tätigen soll. Viele stellen sich zu dieser Jahreszeit diese Frage. Die Limiten betragen dieses Jahr 6566 Franken für Personen, die einer Pensionskasse angeschlossen sind, und 32 832 Franken für Menschen ohne Berufsvorsorge. Nächstes Jahr steigen die Maximalansätze auf 6682 beziehungsweise 33 408 Franken. Der Artikel befasst sich mit Vor- und Nachteilen und verweise am Ende auf eine umfassende Übersicht, die der Tages-Anzeiger bietet.
Wie wir schon mehrmals berichteten, werden in mehreren Ländern Europas Erhöhungen des Rentenalters vorgesehen oder schon umgesetzt. Die jüngste Meldung kommt aus Deutschland, wo die Regierung an einer Erhöhung von 65 auf 67 Jahre festhält. Die deutsche Regierung bekräftigte gestern, dass die noch von der grossen Koalition beschlossene Anhebung des Rentenalters ohne Abstriche umgesetzt werden soll. Zwischen 2012 und 2029 soll es das Rentenalter schrittweise auf 67 Jahren Opposition kommt vor allem von der SPD.
In der Schweizer Familie vom 11.11.2010 gab es einen Beitrag zur obigen Frage. Es lohne sich, die wichtigsten Vor- und Nachteile der beiden Varianten zu kennen. Je länger die verbleibende Lebenserwartung von sich selbst oder dem/der Partner/in, desto mehr spricht für die Rente. Dabei muss man sich allerdings bewusst sein, dass dieses Einkommen wegen der Teuerung über die Jahre normalerweise deutlich an Wert verliert, weil die meisten Pensionskassen ihren Rentnern keinen oder nur einen beschränkten Teuerungsausgleich gewähren.
10 Nov 10
Unter dem Titel "Mit der dritten Säule auf Nummer Sicher gehen" publizierte der Internet-Vergleichsdienst gestern die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage, wonach das Vertrauen der Schweizerinnen und Schweizer in die erste und zweite Säule der Altersvorsorge getrübt ist. Nur drei Viertel glauben demzufolge, dass sie bei der Pensionierung einen Beitrag aus AHV oder Pensionskasse erhalten werden. Darum würden auch 61 Prozent mittels Säule-3a-Sparen vorsorgen. Pessimistisch, was eine künftige Auszahlung betrifft, seien vor allem die jüngeren Befragten. Die Medienmitteilung im Wortlaut:
In der aktuellen Ausgabe der Handelszeitung gibt es einen Special zum Thema Finanzplanung. Unter den Artikeln befinden sich einige Hintergrundartikel zum Thema Pensionskassen: Früher oder auch erst später in Pension: Flexibler Berufsausstieg Der Gesetzgeber sorgt bei der beruflichen Vorsorge für zusätzliche Möglichkeiten. Vorab gilt es aber, je nach Lebensentwurf die eigenen Bedürfnisse und finanziellen Verhältnisse zu klären. Kurt Speck Die Rente ist attraktiv: Pensionierung Beim Kapitalbezug ist für eine gleich hohe Auszahlung pro Monat mehr Geld einzusetzen als im Fall einer Rente.
Babyboomer nennt man die Generation der zwischen 1946 und 1956 Geborenen. Damals war die Geburtenrate extrem hoch, so dass diese Generation allein schon wegen ihrer grossen Zahl in jeder Lebensphase die Gesellschaft mitbestimmt hat. Weil noch keine Renter-Generation so gut ausgebildet und gesund war, werden sie nun auch das Bild des Alters verändern. Das Buch «Die Babyboomer» von Pasqualina Perrig-Chiello und François Höpflinger befasst sich mit zentralen Fragen dieser Generation: Pensionierung, Gesundheit, Partnerschaft, soziales Engagement.
Das Migros-Magazin beleuchtet das Thema Solidarität - zwischen den Generationen, zwischen denen, die in eine Versicherung einzahlen und jenen, die sie dann beanspruchen, zwischen Nachbarn und zugunsten von Bedürftigen. Die Schweiz schaffte nach dem Zweiten Weltkrieg ein Solidaritätsnetz, auf das sie heute noch stolz sein kann. Was aus der Not heraus geborgen wurde, ist heute ein Vorzeigebeispiel weltweit. Gemäss einer Meinungsumfrage empfinden die Schweizer/innen den Egoismus der Menschen direkt nach dem Klimawandel als die grösste Bedrohung. Ein Ergebnis, das überrascht.
Letzten Freitag überschlugen sich einmal wieder die Nachrichten aus der Welt der schweizerischen Altersvorsorge. Während das Bundesamt für Statistik (BFS) verkündete, den Pensionskassen gehe es wieder besser, gab der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) einen Strategiewechsel in Sachen Rentenpolitik bekannt und der Arbeitgeberverband forderte eine Erhöhung des Rentenalters. Nicht nur auf Twitter gab es eine erhöhte Frequenz. Insgesamt war es interessant zu sehen, dass die BFS-Meldung ein viel grösseres Echo fand als die Forderungen des SGB, an deren Realisierung zahlreiche Zweifel geäussert wurden.

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